Manches kann man nicht relativieren
Ich bin traurig (ach was).Es passieren immer wieder Dinge,die mich noch trauriger machen.Und die mich immer wieder dazu bringen,zu sagen,wie ungerecht die Welt ist.Und wie wenig man tun kann.Manchmal steht man Dingen halt ganz hilflos gegenüber.Und bei Manchen ist dieses manchmal häufiger als bei anderen.Und manchmal denke ich,dass ich dieses manchmal nun eigentlich oft genug hatte.Aber nein,es geht immer weiter.
Und dann denke ich wieder,wie relativ alles ist.Ich sitze hier vor meinem PC in einem wohltemperierten Haus,in meinem eigenen Zimmer,mit einem eigenen (und übrigens sehr wundervollem) Bett.Ich bin satt und habe genug getrunken,ich bin medizinisch versorgt,ich kann mich duschen,waschen,meine Klamotten wechseln.Meine ganzen Existenzbedürfnisse werden auf luxuriöseste Art befriedigt.Zudem werde ich geliebt und bin sozial eingebunden.Werde nicht geschlagen,zu nichts gezwungen und bin frei!
Wenn mich also jetzt eine Frau aus Dafur sehen und hören würde,dass ich über die Ungerechtigkeit des Lebens klage,dann würde sie sich vermutlich tot lachen oder einen Wutanfall bekommen.
Also ist alles wohl wirklich sehr relativ.Gemessen an anderen hier bin ich vielleicht ein großer Unglücksrabe und Pechvogel.
Gemessen an dem Gros der Menschheit scheint mir die Sonne aber ganz schön aus dem Arsch.So sollte man das sehen.Dazu fällt mir dieses schöne Zitat ein:
Denke nicht so oft an das,was dir fehlt,sondern an das,was du hast!
(Marc Aurel)
Wo er Recht hat.Mir fällt nur gerade auf,dass ich das hier glaube ich schon mal zitiert habe.Aber na ja,es ist halt auch wirklich ein gutes Zitat,oder nicht?Und doppelt hält besser und so.
Trotz dieser relativierenden Einsicht gibt es Dinge,die lassen sich auch nicht schön reden und die sind einfach tottraurig und schlimm.Krankheiten.Wenn Menschen,die man liebt schwer krank sind.Das ist überall und in jeder Lebenslage schlimm.Für mich und für die Frau in Dafur genau so wie für Angelina Jolie.