Archiv für Januar, 2009

Ayrton Senna auf der A2

Veröffentlicht in daily stuff am 29. Januar 2009 von Anna

So geht das Leben also vor sich hin und ich bin eigentlich nur damit beschäftigt, meine Arzttermine zu regeln und Urinproben abzugeben?! Na ja,fast jedenfalls.Nebenbei schaffe ich es,mich mit unwichtigen Dingen zu beschäftigen und nicht wirklich was zu Stande zu bringen.Was auch…wozu auch…!Ich hoffe nur,dass ich bald weiß,was jetzt passieren soll.Danke jedenfalls noch mal für all die lieben Reaktionen von euch.Das war echt schön!

Was mir heute Spannendes passiert ist? Wurde auf der A2 fast totgefahren,weil irgendsoein Hornochse meinte,mich überraschender Weise mal mit ca. 230 Sachen von rechts überholen zu müssen,allerdings so beschissen,dass ich nach links rüber ziehen musste,wo natürlich auch prompt noch einer von hinten kam.Ein Traum, der Mann hatte Gott sei Dank gute Bremsen und ich war nur für den Rest der Fahrt völlig geschockt.Ich finde ja eigentlich nichts blöder,als wenn Leute sich über andere Leute aufregen auf Grund ihres Verkehrsverhaltens und ihres Fahrstils.In diesem Fall muss ich aber eine Ausnahme machen.Wenn ich mich umbringen will,dann mach ich das nicht auf der Autobahn,okay?Und wenn ich meine,dass ich der direkte Nachfolger von Ayrton Senna sein muss,dann sollte ich die Nummer vielleicht auf einer dafür speziell angelegten Rennbahn hinlegen und nur Leute in Mitleidenschaft ziehen,die genau so gestört sind,wie ich. Verdammt-ich hasse solche Situationen und habe danach immer totales Muffensausen im Auto.Dann fahr ich also besser wieder ganz rechts mit 80 Sachen hinter den LKWs her.Man.

Ach ja,all diese schrecklich interessanten Dinge schreibe ich übrigens auf meiner neuen Tastatur,nachdem ich die von meinem Laptop ja schön geschrottet habe (bei dem Versuch sie zu reinigen). Die Tastatur ist original von sanrio und ist weder kitschig noch kindisch,klar?

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So.Soweit also von mir und meinem spannenden Leben heute wieder mal.Puuh.Ach ja,ich habe etliche neue Fotos hochgeladen.Alles zu finden in meiner Galerie.Unter anderem auch mit Bildern vom kleinen Till!Und der war sogar im Fernsehen.Wenigstens er hat ein so spannendes Leben,dass sogar Kamera-Teams bei ihm anrücken.Ja, früh übt sich.Ich seh schon,dass er ganz groß rauskommt.Vielleicht kann er seine Tante dann mit durchziehen???Hier ist das Video von seinem Auftritt:

An die Arschlöcher

Veröffentlicht in Seelenmüll am 24. Januar 2009 von Anna

Ich weiß nicht.Ich weiß nicht recht,ob ich hier schreiben soll und wie ich schreiben soll und an sich weiß ich auch gar nicht genau wie ich mich fühlen soll.Aber gut,jetzt habe ich angefangen und eigentlich wollte ich es auch in die ganze Welt herausschreien.Dann aber auch wieder nicht.Denn es geht mir nicht darum,dass ich jetzt wie wild bemitleidet werden möchte.(Obwohl ich auch nicht zu den Leuten gehöre,die Mitleid generell verachten,denn manchmal ist es auch nett,zu hören,wenn jemand sagt:„Jaja,du tust mir so leid,du Arme,du hast es schwer,bla…“ – okay, ist vielleicht nicht gerade ein besonders starker Charakterzug,aber das kann ich auch mal genießen und ich frage mich immer wieso das gute alte Mitleid immer von allen so verflucht wird.Ähm ja, ich verliere gerade den Faden.)Jedenfalls geht es mir nicht um Mitleid jetzt hier,sondern darum,allen Arschlöchern es irgendwie mal zu sagen,dass sie im Unrecht sind.Muss mich jetzt genauer erklären,sonst steigt ja keiner mehr durch.Also,ich war beim Endokrinologen und beim Radiologen und ich habe einen hormonproduzierenden aber gutartigen Tumor an der Hypophyse.Für alle die in Bio nicht aufgepasst haben; das ist die Hirnanhangdrüse,die viele Hormone produziert. Ähm ja,aber das tut der kleine Tumor auch und zwar so,dass er mich ganz schön beeinflusst.Auf ihn lässt sich wohl eine ganze Menge zurück führen,worunter ich schon seit Jahren leide.Vermutlich schon seit über 7 Jahren.Irgendwie ist das für mich schon eine ziemlich große Sache.Der Tumor an sich ist nur Milimeterchen groß,aber hat unheimlich viel Macht.Denn dieses Zuviel an bestimmten Hormonen hat mir mein Leben doch mehr oder weniger schwer gemacht.Depressiv,fett,antriebslos.Mit vielen Kopfschmerzen,zu großen Füßen (!!!),Behaarung,Bluthochdruck,Nierensteinen,etc….Und ich habe die ganze Zeit immer mit mir selber gehadert,von mir erwartet,dass ich es selber schaffe,mich daraus zu holen.Mich zusammen reißen,mich nicht anstellen,weiter-die anderen stellen sich auch nicht so an.Ich war bei tausend Ärzten.Ich war zweimal in psychosomatischen Kliniken, ich war in der Psychiatrie.Und immer davon überzeugt,dass ICH als Mensch blockiere,dass ich charakterschwach bin.Faul.Blöde.Und dazu kamen dann die Menschen,die mir auch das Gefühl gegeben und mich das haben spüren lassen.Und eigentlich für die schreibe ich hier (auch wenn sie vermutlich nicht meinen Blog lesen…treue Leser; erzählt es ihnen weiter…).Ja,man,ich wollte denen nur sagen; ihr seid Arschlöcher.Alle,die mich gemobbt haben,die mich für wehleidig,faul,gefräßig,ziellos,unehrgeizig,weich,undiszipliniert und was auch immer gehalten haben;ich hab mich gar nicht angestellt.Ich kann gar nix dafür.Ätschebätsche.Diese Schuldsache ging mir ja nie aus dem Kopf.Und wenn liebe Menschen mir sagen; auch ohne diesen beknackten Tumor wärst du nicht Schuld und ich das rein rational ja auch einsehe,ich kann das trotzdem nicht verinnerlichen und die Diagnose macht mich in der Hinsicht geradezu „froh“.Ich habe einen Grund.Und ich habe mich nicht angestellt.Noch einen Vorteil hat es,dieses Ding.Nun weiß ich wenigstens,wogegen ich kämpfe.Vorher war das so ein undefinierbarer aber immanenter Berg von Problemen.Nun denke ich,dass durch die Entfernung des Tumors eine Menge passieren wird.Wie das genau passiert,weiß ich noch nicht,aber vermutlich wird es eine OP sein,bei der der Tumor dann entfernt wird.

Trotzdem; auch wenn ich ja gerade gesagt habe,ich kann dem ganzen fast Positives abgewinnen.Ich bin so traurig.Denn ich denke an die ganze Zeit,die ich vertan habe.An all die Jahre,in denen ich gegen mich gekämpft habe.Enttäuscht von mir war.Teilweise einfach nicht konnte und nicht wusste,wieso.Nicht auf die Beine gekommen bin.Mich einfach nicht wie ich fühlte,sondern wie meine eigene Hülle.In der ich eigentlich wollte,so vieles,was für andere vielleicht Leichtigkeiten waren.Ich habe oft da gesessen und daran gedacht,was andere gerade tun-was ich gerade nicht tun kann.Und das macht mich so traurig.Einerseits um die vertane Zeit,die ich nicht zurück holen kann.Momente,die ich nicht erleben konnte.Erfahrungen die ich nicht sammeln durfte.Glücksgefühle,die mir verschlossen geblieben sind.Andererseits auch um das,was das gefühlsmäßig in mir ausgelöst hat.Ich habe in der Zeit einfach nur gelernt,mich zu hassen.Mich selber für alles verantwortlich zu machen.Und irgendwann habe ich mich eigentlich schon fast aufgegeben.

Ich denke,wenn irgendeiner der vielen Ärzte mal früher darauf gekommen wäre,wo wirklich mein Problem liegt,dann hätte alles nicht so weit kommen müssen.Vielleicht wären viele Dinge ganz anders verlaufen,vielleicht hätte ich mich ganz anders entwickelt,vielleicht wäre ich ein ganz anderer Mensch.Vielleicht.Vielleicht auch nicht.Man weiß es nicht…(da steckt man nicht drin)….

Jetzt haben wir den Salat.Ich und ich, das sind zwei Feinde,die sich mistrauisch beäugen und dem anderen die Schuld in die Schuhe schieben wollen,die sich hassen,sich zerfetzen und kein Vertrauen ineinander haben,sich verletzen und sich immer wieder selbst belügen.Soweit ist das gekommen.Und nun sagt man mir; „ja,klar hast du dich scheiße gefühlt!Mit der Diagnose kein Wunder.Dein Hormonhaushalt ist ja auch völlig im Arsch!“. Das sagt man mir jetzt.Und ich hab Angst.Nicht vor der OP.Oder irgendwelchen Medikamenten.Ich hab Angst davor,dass ich nicht mehr so werden kann,wie ich eigentlich gedacht war.Dass die Chance vertan ist,endlich mit mir ins Reine zu kommen,weil ich mich schon zu sehr verachte,um mich jemals wieder mit mir zu vertragen.

Nee, Heinrich, so nicht!

Veröffentlicht in Cineastisch am 11. Januar 2009 von Anna

Es gibt Filme, die werden dem Buch, welches als Vorlage diente durchaus gerecht. Ich stand nie auf der Seite der Leute, die immer sagten: „Ich habe das Buch gelesen, den Film schaue ich mir nicht an, der kann ja nix sein.“ – Eigentlich stand ich immer allen Versuchen eines Films nach einem Buch recht positiv gegenüber. Denn ich habe mir immer gedacht; wer ein Buch verfilmt, der verfilmt es einfach, weil es ihm am Herzen liegt und er das beste daraus machen will. Es gibt auch durchaus Bücher, bei denen ich den Film sogar besser finde. Zum Beispiel „Herr der Ringe“ – denn – Schande über mein Haupt- „Herr der Ringe“ ist einfach mal ein Koch- und Gesangsbuch für Elben und Hobbits mit soo langatmigen Szenen, dass man denkt, man ist in der Ewigkeit gefangen. Der Film hingegen ist doch ein echter Knaller…! Dann gibt es auch noch Filme, bei denen ich sagen würde, dass sie sehr gut gemacht sind, dem Buch gerecht werden, wenn sie auch nicht alles beinhalten, was das Buch beinhaltet.Das liegt aber in der Natur der Sache, denn das geht ja einfach nicht. Buch ist Buch. Film ist Film (man könnte also sagen; Buch und Film vergleichen ist wie Äpfel mit Birnen,na ihr wisst schon!) Der Film kann nicht alle subtilen Andeutungen eines Buches enthalten, er kann die Charaktere nicht in der Weise zeichnen, wie der Autor des Buches, er kann keine ironischen Untertöne außerhalb der Dialoge wiedergeben. Dafür liefert er uns anderes Material und kann durch Bilder,Musik,Stimmen eine Geschichte zeichnen. Jawohl. Und es gibt Filme, von denen ich Buch und Film kenne und denke, dass die Filme wirklich gelungen sind, auch wenn sie das Buch nicht übertreffen können. Also zum Beispiel „Drachenläufer“ war ein wirklich guter Film. Das Buch ist toll, aber der Film hat mich nicht enttäuscht. Ebenso war es eigentlich bei vielen anderen Filmen. Mein Klassiker „Betty und ihre Schwestern“ nach dem Klassiker „Little Women“ von Luisa May Alcott zum Beispiel ist (für mich sentimentale Seele) ein wundervoller Film. Ein weiteres tolles Buch, welches meines Erachtens nach gelungen verfilmt wurde: Arthur Millers „Hexenjagd“. Erst kürzlich gesehen und für gut befunden;  „Sinn und Sinnlichkeit“, im Original von Jane Austen. Auch gut: „Alles ist erleuchtet“ (ursprünglich von Jonathan Safran Foer), Patrick Süßkinds „Das Parfüm“, „Jakob der Lügner“ (von Jurek Becker), „Schnee der auf Zedern fällt“ (von David Guterson) und „Blueprint“ (als Buch von Charlotte Kerner). Und da fallen mir dann noch so Kracher ein, wie „Bridget Jones“, bei denen ich das Buch sogar mies fand und den Film dann aber echt unterhaltsam.

Gut, genug, man kann sich nun fragen, warum ich die ganze Zeit rumschwadroniere,aber man muss mir verzeihen,denn es liegt einfach daran, dass ich so schwer enttäuscht wurde. Denn ich habe die neue Verfilmung von Heinrich Breloer von „Die Buddenbrooks“ gesehen und befürchte, der gute Thomas Mann würde sich im Grabe umdrehen, wenn er gesehen hätte, was uns Doku-Drama-König diesmal zu Wege gebracht hat. Ich war guter Dinge; ich liebe „Die Buddenbrooks“ – das ist ein Buch, dass mir am Herzen liegt, das ich mindestens einmal pro Jahr lesen muss und in dem ich mich zu Hause fühle, in Mitten dieser, dem Untergang geweihten Familie. Jedesmal, wenn ich das Buch zur Seite lege, fühle ich mich ein Stück weit einsam, weil sie weg sind, die Buddenbrooks. Als Fan habe ich mir auch die beiden anderen existierenden Verfilmungen angesehen, es gibt ein Produktion von 1959 (ein Zweiteiler) und eine von 1978, die 3 Videokassetten umfasst. Beide Verfilmungen entsprechen wirklich meinem Geschmack. Ich kann damit leben, das Dinge leicht abgeändert oder ausgelassen wurden und beide Versuche, das Meisterwerk von Thomas Mann auf die Leinwand zu bringen (oder in die Glotzkiste), sind für mich gelungen, denn wie gesagt; Film ist Film. Buch ist Buch. Die neuere Verfilmung finde ich sogar extrem gut gemacht, denn einschlägige Charaktere wie die Leiterin von Tonys Mädchenpensionat, Sesemi Weichbrodt, sowie Tonys erster Ehemann, Bendix Grünlich, werden genau so wie der Lotsenkommandeur Schwarzkopf und sein Sohn Morten richtig schön dargestellt, nahe meiner Vorstellung und immer mit dem Charme ihrer Herkunft verbunden; regionale sprachliche Unterschiede machen das ganze einfach sehr sympathisch und es hüpft mir das Herz, wenn Morten als „Dummerjan“ beschimpft wird, Grünlich seine Ansprüche geltend machen will und Sesemi Tony immer wieder wünscht: „Werde glöcklich, du gutes Kind!“ – ja, herrlich, so sollte es sein.

Und was passiert nun? Ich gehe voller Vorfreude in diesen Kinofilm. Mit einem Schauspieler, den ich toll finde; Armin Müller-Stahl. Hat ja schon so schön den Thomas Mann persönlich in „Die Manns“ gespielt. Eigentlich denke ich; logische Schlussfolgerung, dass er nun einen exellenten Johann Buddenbrook abgibt. Und von Breloer erwarte ich eigentlich auch einiges. Eben „Die Manns“ haben mich überzeugt, dass er gute Filme macht, oder auch „Speer und Er“. Und dann sowas! Armin Müller-Stahl ist einfach zu alt für Johann Buddenbrook – er hätte überzeugender den Schwiegervater  Lebrecht Kröger spielen können, welcher ja verstribt. Seine Beerdigung wird in dem Film auch tatsächlich dargestellt, allerdings taucht Kröger vorher kein einziges Mal auf. Für jeden, der das Buch nicht kennt, sollte das einigermaßen unpassend und verwirrend sein und man fragt sich – wieso wird so eine Szene, die im Verlauf des Filmes ja als völlig überflüssig erscheint, gezeigt, während hingegen andere Szenen im Schweinsgalopp abgefrühstückt werden? So wird  Tonys Ausflug nach Travemünde zu den Schwarzkopfs eine Schmierenkomödie à la „Verbotene Liebe“ – völlig übertrieben und einzig mit Morten und Tony im Mittelpunkt, obwohl ich finde, dass gerade die einfachen Schwarzkopfs mit ihrer Gastfreundlichkeit und übertriebenen Untergebenheit der Kaufmannstochter gegenüber den Reiz dieser Geschichte ausmachen, ebenso wie Grünlichs Auftritt vor dem blamierten Schwarzkopf. Es bleibt aber nur ein kitschiger Abschied bei Regen, Morten rennt theatralisch der Kutsche hinterher – Rosamunde Pilcher wäre stolz auf Breloer! Es kommen weitere überflüssige Szenen hinzu, die erfundene „knisternde“ Beziehung und der Tanz zwischen Tony und Herman Hagenström beispielsweise, den Tony im Original einfach nur hasst. Dafür bleiben drei Familienmitglieder völlig auf der Strecke; Clara, die jüngste Buddenbrooks-Tochter und Tonys Tochter Erika sowie Gotthold Buddenbrook, Sohn aus erster Ehe. Auch die Charaktere der Kinderfrau Ida Jungmanns (die zwar dargestellt aber nicht weiter erklärt wird) und der der entfernten Verwandten Clodthilde „Thilda“ werden ziemlich ausgespart. Vielleicht, um öfter Iris Berben ins Bild zu bringen, die in dem ganzen Film nur einen dussligen Gesichtsausdruck hinbekommt und einfach besser weiter mit ihrer Mutter telefonieren und ihr von ihrer Haarfärbung erzählen sollte. Und obwohl ich finde, dass soo soo viel fehlt in dem Film, schafft er es mit seiner Überlänge hinterher auch noch stinklangweilig zu werden. Tja. Griff ins Klo, sag ich mal. Und ich bin böse. Wie kann man denn „Die Buddenbrooks“ verfilmen, ohne meine Lieblingszitat: „Das putzt ganz ungemein…“?! Und wie kann man die schöne Metapher zwischen Morten und Tony auslassen, dieses „auf den Steinen sitzen“…kurz, wie kann man so schlampig dieses Buch verfilmen, Herr Breloer? Und wie kann man die ätherische Schönheit Gerda mit den schönen,dunklen Augen, den dunklen Haaren  und dem melancholisch schweren Wesen als eine fröhliche, rothaarige Holländerin darstellen, die überhaupt nicht schwermütig wirkt? Und wieso ist die blonde Tony dunkelhaarig? Und wo ist ihr Stolz,ihre Naivität? Jessica Schwarz ist ja an sich keine schlechter Schauspielerin, aber als Tony wirkt sie so fehl am Platz und im stürmischen Travemünde meist auch zu wenig bekleidet, zu offenherzig. Tony ist Stolz, ist voller Klassendünkel, eine Prinzessin, aber nicht kess.

Herr Breloer ist also in meiner Achtung gefallen. Das wird ihn nicht weiter schmerzen. Ich aber weiß nun, dass Buchverfilmungen doch verdammt in die Hose gehen können! Ich hätte das besser gemacht! Echt! Es ist nur ärgerlich, dass Herr Breloer bei so einer Vorlage so einen Mist abliefert, denn er hätte ja so viel mehr daraus machen können! Und ja; auch wenn das Buch natürlich so viel umfasst, es ist ja möglich, einen schönen Film draus zu machen; wie bereits erwähnt gibt es die ja. Und wenn einer jetzt sagt;“ tja, dem Buch kann man mit einem Film wohl einfach nicht gerecht werden“, dann hat er vielleicht Recht. Aber dann soll man es einfach lassen. Und mich nicht so verärgern!!!

Übrigens bin ich nun schwer am Grübeln, ob ich das nächste Projekt dieser Gattung anschauen soll. Demnächst soll es nämlich „Effie Briest“ im Kino geben. Und ich mag das Buch, wirklich, richtig gern. Und auch hier hab ich Vertrauen in die Hauptdarstellerin. Die tolle Julia Jentsch. Aber…hach…ich weiß nicht, ob ich soll – denn Armin Müller-Stahl hat mich ja auch enttäuscht…

Um jetzt nicht der „Ich lese nur das Buch und bin gegen den Film“-Typ zu werden, werde ich demnächst noch mal ein paar Klassiker testen. So wurde mir ja versichert, dass „Dr. Schiwago“ als Film besser sein soll, als das Buch (ich kenne beide nicht). Und auch „Vom Winde verweht“ soll ja ein Burner sein. Den habe ich einmal gesehen, fand ihn damals aber schrecklich (vorallem, als das kleine Kind stirbt bei dem Unfall mit dem Pony – das ist das einzige,woran ich mich erinnere und ich glaube ich war einfach zu klein für den Film!). Mal sehen. Die Verfilmung von „Der Zauberberg“ werde ich aber auf keinen Fall anschauen. Die kann einfach nicht gut sein,…