Archiv für November, 2008

Nein,ich verstehe keinen Spaß

Veröffentlicht in Seelenmüll am 24. November 2008 von Anna

Kennt ihr den Film „Truman Show“? Ich komme mir gerade so vor,als wäre mein Leben auch nur so ein inszenierter Fake und alle Leute würden mich im Fernsehen betrachten,um ihren Spaß zu haben.Falls dies der Fall ist:hallooo,Leute ich finde es nicht mehr komisch.Stellt die Kameras ab…ich hab keinen Bock mehr.

Freitag hab ich erst mal erfahren,dass ich nun doch operiert werden muss,weil die 3 äußerst schmerzhaften und ekeligen Zertrümmerungen nicht den gewünschten Erfolg gebracht haben.Die Aussicht auf ein Wochenende zu Hause hat mich auch nicht viel fröhlicher gemacht,da die Schmerzen halt nach wie vor da waren (und auch sind).Der Chefarzt,mein Freund,schlug mir dann vor,mir vielleicht zur Schmerzminderung mal ne schlankere Harnleiterschiene „fröhlich“ reinzuschieben,aber da dachte ich auch nur,guter Mann,wir hatten vielleicht schon ne Menge Spaß miteinander aber irgendwann is auch mal Schluss und die Anderen wollen ja auch mal.Also lieber habe ich dann diese Schmerzen und dieses Scheuern anstatt noch mal diese Folter.So haben wir uns nur noch zur OP für Montag früh verabredet, er und ich und seine lustigen Kollegen – einschließlich meines Freundes, dem kleinen indischen Männchen der direkt einem Bollywood-Film entsprungen sein könnte,allerdings tanzt und singt er nie.Und sprechen ist auch nicht so sein Ding,weil er nicht so gut Deutsch kann – ich liebe es ja,wenn Ärzte einem nie erzählen was sie gerade tun. Deswegen habe ich ihn dann einfach so lange alles gefragt bis er merkte, dass ich mich nicht mit seinem Schweigen abspeisen lasse,ha!So viel zum Thema Völkerverständigung.

Nachdem ich dann noch 4 Stunden auf den Anesthesisten gewartet hatte,der dermaßen überarbeitet wirkte,dass ich das Gefühl hatte,er habe sich selber schon ein paar mal anesthesiert, habe ich dann versucht,mich auf den Heimweg zu machen.Erwies sich als schwierig,da ich nicht genug Bargeld hatte,um meinen Parkschein auszulösen.NATÜRLICH gibt es im Johannisstift keinen Geldautomaten.Und natürlich ist der nächste zu Fuß ca. ne viertel Stunde entfernt.Und natürlich schneeregnete es in Strömen.Und ich hatte natürlich richtig wasserfeste Kleidung an, also Stoffschuhe und ne Jogginghose und Trainingsjacke.Ich erspare euch alle weiteren Details,es war einfach nur wieder großartig,besonders meine Panik,als ich nach meiner Odyssee auch noch dachte,ich habe den Parkschein verloren (dabei war er einfach nur total in meiner Tasche aufgeweicht…).Oder auch,dass mir noch vom Parkscheinhäusschendach eine riesen Menge Schnee-Regen-Matsch auf den Rücken geklatscht ist.Und nicht zu vergessen die Tatsache,dass der Parkscheinautomat nur kleine Scheine nimmt.Und die Feststellung,dass die Tante an der Rezeption kein Geld wechselt.Kurz und gut,als ich dann mit meinen Stoffschuhen auch noch in die riiiesen Pfütze vor meinem Auto getreten bin – anders reinkommen war nicht möglich – da hatte ich wieder mal so richtig gute Laune und dachte in dem Moment wirklich an die „Truman Show“ oder eher noch an „Verstehen Sie Spaß…“ – denn wenn das Ganze nicht mir passieren würde,wäre es vielleicht echt lustig. Aber wie gesagt, ich versteh gerade keinen Spaß mehr.

Gott sei Dank musste ich dann nur noch nach Hause fahren,eine warme Dusche nehmen und darauf warten,mich von meiner liebsten Schwester und Leif abholen zu lassen, um Karlos Geburtstag in Petershagen zu feiern. War ein netter Abend den ich auf Drogen auch ganz gut ausgehalten habe.Allerdings war die Nacht danach wieder unterirdisch. Einziger Trost war mein kleines Julchen,dass mir ein bisschen Gesellschaft geleistet hat.Ansonsten habe ich dieses Wochenende noch entdeckt, wie toll Heizkissen sind.Ja,klingt spannend.Ich weiß.So ist das.Und da es doch wirklich nicht spannend zugeht bei mir, kann die Produktion doch echt eingestellt werden – ich kann auch ohne diese Scheiße und die ganzen Pannen ganz gut leben.Also,wer auch immer für die Show verantwortlich ist; mach halt ne Dokusoap über irgendwen anders.Gibt doch genug Idioten,die sich täglich lächerlich machen und Mist erleben.Wer einmal Popstars geschaut hat,wird zugeben müssen,dass da noch erbärmlichere Gestalten rumhängen,als ich es bin…

Stoned.

Veröffentlicht in Seelenmüll am 14. November 2008 von Anna

Ich bin wieder voll stoned. Es waren doch die Nierchen. Herrliche Steine, sowohl links als auch rechts von beachtlicher Größe – die Urologin nannte sie respektvoll „Oschis“ und schickte mich nach dieser Diagnose direkt ins Krankenhaus. Dort angekommen nahm der Spaß seinen Lauf. Ultraschall, Röntgen und die Feststellung, dass einer meiner schicken Klunker schon im Harnleiter steckte, aber zu groß war, um von selber abzugehen. Also sollte er zerschossen werden. Hat aber nicht geklappt. Auch wenn der ehrgeizige Jungarzt  ungefähr eine 3/4 Stunde versucht hat,mich richtig zu positionieren, der Stein ließ sich nicht richtig einstellen – die Freude an dieser Aktion war trotzdem auf meiner Seite. Wer wälzt sich nicht gern halbnackt im glitschigen Ultraschallgel auf einer harten Liege herum, während erwähnter Jungarzt und Krankenpfleger daneben stehen und einem im Zweifelfalle auch noch zu Hilfe eilen um einen ein bisschen zurecht zu wälzen. Wirklich, Traumsituation!

Plan B war dann ein furchtbares Erlebnis, das ich auch nicht weiter empfehlen kann. Mit irgendwelchen Drähtchen und Schläuchlein wurde in meinem Harnleiter rumgefummelt und der Stein zurück zu seinen Kumpels in die Niere geschoben. Ja, ohne Betäubung. Und natürlich rutschte die Schiene, die in den Harnleiter sollte nach dem Ersten reinprokeln (ja prokeln – ich wähle dieses Wort bewusst,weil alles andere die Prozedur beschönigen würde) wieder raus, so dass das Ganze noch mal abgezogen werden musste. Genauere Details erspare ich euch jetzt…es hat jedenfalls so gefühlte 3 Stunden gedauert und war so angenehm wie gesteinigt werden ungefähr,nehm ich mal an. Durch dieses Zurückschieben sollte dann gewährleistet werden, dass ein Beschießen der Niere zu dem gewünschten Erfolg führen sollte; die Zerstörung aller Oschis in meiner Niere. Das Beschießen an sich war auch total unangenehm, trotz der vielen Schmerzmittel und hinterher habe ich mich gefühlt als hätte ich gerade an einer tatsächlichen Massenschießerei teilgenommen. Um dem ganzen die Krone aufzusetzen hat diese Beschießung nicht ausgereicht, um die Steine vollständig zu zertrümmern und somit können sie auch nicht von alleine abgehen. Ich sitz jetzt hier also mit dieser schönen Harnleiter-Schiene, die reibt und weh tut und warte auf die nächste Beschießung der Steine, die aber erst nächsten Mittwoch stattfinden kann. Erstmal, weil auf Grund der Belastung der Niere ein paar Tage Zeit zwischen den Beschießungen liegen muss. Und zweitens, was ich total super finde, weil das Gerät zur Zertrümmerung am Montag und Dienstag gewartet werden muss und nicht benutzt werden kann. Super. Also bis dahin dieses ekelige Fremdkörpergefühl, Schmerzen weil die Schiene reibt und dann noch ein seltsamer Druck auf der Niere. Aber immerhin durfte ich heute morgen nach Hause und da rumgammeln. Obwohl sich das Krankenhaus natürlich immer bestens eignet für soziale Studien und Einblicke in das Gesundheitssystem gibt…für mich als neugierige Zeitzeugin des allgegenwärtigen Wahnsinns eine super Gelegenheit, so muss man es ja auch mal sehen.

Auch wenn eigentlich nichts wahnwitzig Aufregendes passiert ist. Bis auf, dass meine Schuhe verschwunden sind und ich wie ein Assi auf Socken durchs Krankenhaus getollt bin. Angesprochen von meinem Arzt, wo ich denn meine Schuhe hätte, musste ich mit den Schultern zucken und als er mich fragte, wie die denn aussehen würden musste ich dann auch noch antworten: „Schwarze Slipper mit rosa Nilpferden drauf.“ – okay, kein Wunder, dass ich nie ernst genommen werde. Aber da der Arzt ja auch schon mit diversen Gerätschaften in meinem primären Geschlechtsorgan rumgefummelt hatte, brauchte mir ja auch nix mehr peinlich sein….

Ach ja, nicht nur meine Schuhe sind verschwunden, nein, auch mein Röntgenbild war mit einmal weg. Seltsam, so ein Bild kann doch nicht einfach verschwinden in den Weiten eines Krankenhauses? Na, anscheinend schon – und das ist schon das zweite Mal bei mir, in Minden im Krankenhaus ist das ja auch passiert. Das mit den Röntgenbildern scheint so zu sein wie mit dem zweiten Socken in der Waschmaschine, verschwinden einfach und keiner weiß wie und wohin. Aber was solls, Strahlenbelastung hin oder her, dann machen wir halt ein neues Bild. Wer hat der kann.

Übrigens; die Nächte im Krankenhaus sind ja seit jeher das Schönste. Eigentlich habe ich mit Schlafen ja echt keine Probleme. So lange ich richtig mit Schmerzmitteln zugedröhnt bin kann ich auch mit einer ganzen Steinkollektion in der Niere und einem Haufen Drähten im Harnleiter prima schlafen. Allerdings nicht, wenn jemand neben mir liegt, der so dermaßen laut schnarcht, dass man Angst um seinen Hörsinn haben muss. Echt der Wahnsinn. Und jedes Mal sitze ich diesen Schnarchnasen auf. Und jedes Mal erzählen die am nächsten Morgen lang und breit, wie schlecht,wenig und unruhig sie geschlafen haben,quasi kein Auge zu getan. Und ich frage mich: bin ich diejenige die hier schnarcht? Vielleicht habe ich ja geschlafen und war nicht diejenige, die fast die ganze Nacht wach lag und ich habe nur geträumt, dass meine Zimmernachbarin schnarcht!? Vielleicht habe ICH ja geschnarcht? Wie dem auch sei, jedenfalls kann ich nicht behaupten, dass Nächte im Krankenhaus zur Erholung beitragen. Immer wenn ich dann gerade in einen richtigen,tiefen Schlaf gefallen bin, kommen dann ja auch die Krankenschwestern oder Pfleger und messen einem erst mal Fieber und Blutdruck und erzählen einem, dass ein neuer Tag beginnt. Tolle Wurst. Vorallem freut man sich ja auch auf den neuen, wunderschönen Tag im Krankenhaus. Auf, auf! Wie schön, dass ich nächste Woche wieder hin kann. Und mich bis dahin fühle, als hätte ich aus Versehen ein Besteckset verschluckt.

Herr Dunkel feiert Karneval

Veröffentlicht in Seelenmüll am 11. November 2008 von Anna

Tage wie dieser sind schlichtweg aus dem Kalender zu streichen. Ja, nach einer wirklichen langen Phase positivster Stimmung kommt der böse Herr Dunkel mal wieder vorbei und überredet mich dazu, mir die Decke über den Kopf zu ziehen. Dazu kommen mal wieder abscheuliche Schmerzen, die ich erst ein bisschen panisch in die Nierenecke geschoben habe. Bisher spricht aber weiterhin nichts mehr dafür. Also Wärmflasche, Akupressur und Tee trinken – na ja, und abwarten. Und morgen hat Herr Dunkel sich hoffentlich wieder vom Acker gemacht. Das dumme Arschloch.

Zumal heute doch so ein närrischer Tag ist, ja, meine Freunde, die Karnevalszeit hat begonnen. Helau. Wie schön, dass man jetzt wieder volltrunkende Menschen im Kostüm im Fernsehen bewundern und sich zudem diese wirklich witzigen Büttenreden anhören kann. Ich lache jetzt schon innerlich Tränen. Dazu diese gute Musik, ja, da sind wir dabei, da is prima! Wie gut, dass ich GEZ-Gebühren zahle und somit diese ganzen vergnüglichen Sendungen noch unterstütze! Ein Traum.

Und weil heute so’n närrischer Tag hat Sandra Maischberger sich gedacht, sie läd sich direkt mal den größten Jecken Deutschlands ein. Peter Sodann, wirklich, immer für einen Kalauer zu haben. Je länger ich ihn sprechen höre, desto mehr muss ich Herrn Gysi und Herrn Lafontaine für diesen Glücksgriff beglückwünschen, da haben sie aber ganz schön auf die Kacke gehauen, die beiden. Vermutlich hätten sie auch jeden x-beliebigen ostdeutschen Imbissbuden-Betreiber als Kandidat für den Bundespräsidentenposten aufstellen können; der hätte vermutlich noch mehr Ahnung von Politik gehabt als Kommissar Ehrlicher und wäre mindestens genauso authentisch. Der Sodann freut sich einfach, dass er ein bisschen quatschen kann, weiß nicht mal, dass Bildungspolitik Ländersache ist und findet Sozialismus top, auch wenn er eigentlich gar nicht so recht weiß, worum’s jetzt geht. Aber gut. Dafür ist er wirklich ein toller Schauspieler. Gut, dass er tatsächlich keine Chance hat und seine Nominierung eigentlich so wichtig ist, wie wenn in China ein Sack Reis umfällt, denn sonst wäre das echt peinlich.