Archiv für August, 2008

Runter mit den Tischtennishosen!

Veröffentlicht in daily stuff am 26. August 2008 von Anna

So, ich mal wieder. Olympia ist vorbei und es gab keine Terroranschläge oder der gleichen, aber dafür auch keine Protestveranstaltungen oder ähnliches. Da hat die chinesische Polizei schon für gesorgt. Na ja. Was außerdem bedenklich ist: ich habe in der Zeitung gelesen, dass die Tischtennisspielerinnen jetzt dazu angehalten werden sollen, figurbetontere Kleidung zu tragen, um ihren Sport populärer zu machen. Gute Idee! Ich war wirklich etwas perplex, als ich das gelesen hatte. Nicht, dass das nicht auch meinen Zuspruch findet. Am liebsten hätte ich die Spielerinnen in Strapsen und Corsage. Außerdem fänd ich es zusätzlich noch geil, wenn sie bei jedem Schlag ein bisschen obzön stöhnen würden. Vielleicht könnten sie das mit dem Tischtennis auch einfach ganz lassen und sich dafür mit Sahne einschmieren und gegenseitig ablecken, oder aber auch mit ihren Brüsten die Tischtennisplatte putzen und noch andere sexuelle Phantasien von irgendwelchen IOC-Leuten ausleben. Tischtennis war ja eh eher son dussliger Zeitvertreib. Als Tischtennisspielerin käme ich mir jedenfalls sehr ernstgenommen vor, wenn man auf mich zutreten würde und mir diese Vorschläge machen würde. Ich weiß nicht, wie lange ich mich noch darüber aufregen kann, aber so viel nun wieder zum Thema Emanzipation. Hat sich eigentlich auch schon mal jemand überlegt, ob die männlichen Sportler sich nicht auch mal n bisschen geiler anziehen können? Also ich finde ja zum Beispiel Judo und Ringen immer total langweilig. Oder auch Tontaubenschießen. Wie wäre es denn, wenn die Atleten da auch mal in String kommen oder so. Obwohl,…hmm…das will ich dann eigentlich doch nicht.

Wie dem auch sei, es gibt tatsächlich Wichtigeres. Zum Beispiel meinen kleinen Neffen Till, der nun ein bisschen zugenommen hat und anscheinend relativ stabil ist. Sorgenvoll ist man trotzdem irgendwie, aber ich hoffe das Allerbeste und denke ganz ganz viel an diesen kleinen Knirps und natürlich an seine Eltern…

Die Zeit hier bei meinen Eltern ist wirklich sehr nett. Und trotzdem freu ich mich auch, wenn endlich etwas Neues beginnt und ich nach Bielefeld ziehe und mit dem neuen Studium beginne. Eine Wohnung habe ich nun auch schon gefunden, ab dem 1.Oktober bin ich also in Bielefeld wohnhaft. Die Wohnung ist echt nett. Ist in einem Studentenwohnheim, aber man hat wirklich eine eigene Wohnung und muss sich nicht irgendwie Bad oder Küche oder so teilen. Ich habe ein Bad (mit Fenster, juchu!) und eine klitzekleine Kochnische. Insgesamt hat die Wohnung 33 qm und sogar Parkettboden, was ich famos finde, denn ich mag keine siffigen Teppichböden….Jawoll.Und bis zur Uni brauch ich mit dem Rad ca. 2 Minuten. Zurück dann mehr…denn da geht es bergauf ;) Und das Beste: Goliath wird auf dem Sonnenhof wohnen! Das wird bestimmt schön. Und bis dahin fahre ich auch nur 16 Minuten. Also, alles toll…-habe ICH das gerade geschrieben?

Tante sorgenvoll

Veröffentlicht in daily stuff am 14. August 2008 von Anna

Juchu. Ich bin endlich zu Hause!!! Ich freu mich so! Also, an alle lieben Leute, die mir so fleißig geschrieben haben, alle weitere Post jetzt bitte nicht mehr nach Bad Bodenteich sondern an meine Adresse in Petershagen :) Der Strom der Briefe muss ja, nur weil ich nicht mehr in der Klinik bin,nicht abreißen.

Ansonsten ist meine Freude etwas getrübt.Zwar bin ich gestern tatsächlich Tante geworden. Aber leider musste der kleine Till per Kaiserschnitt geholt werden, 10 Wochen zu früh. Erst mal ein ganz schöner Schock für uns alle, besonders natürlich für die Eltern. Aber anscheinend sieht es nicht tragisch aus und auch wenn Till nur 750 g wiegt, sagen die Ärzte, dass alles gut ist. Es heißt trotzdem Daumen drücken!!! Bei Frühchen weiß man ja nie.Eigentlich denke ich gerade an nichts anderes und möchte am liebsten gleich nach Hamburg düsen und meinen klitzekleinen Neffen live sehen.

So versuche ich mich also mit Olympia abzulenken. Und mit Koffer auspacken. Außerdem verfolge ich auf der ipzv-Seite die DIM schon mal. Und am Samstag fahre ich ja hin. Vielleicht klappt es bei Claudia ja heute schon in der Passprüfung. Allerdings sind meine Kapazitäten was das Daumen drücken anbelangt ja ausgebucht…die sind im Moment nur für den kleinen Till da…!

Auf zu neuen Ufern!

Veröffentlicht in Seelenmüll am 12. August 2008 von Anna

Attentione! Ich bin frei! Heute hatte ich das letzte Gespräch mit meiner Ärztin und morgen werde ich mich also auf den Weg nach Hause machen dürfen, endlich, nach 12 Wochen…!Kommt mir noch ganz unwirklich vor, dass ich morgen abend schon wieder zu Hause sitzen werde, aber es ist ein verdammt schöner Gedanke. Überhaupt…alles wird gut. Ich habe die Zeit hier gut genutzt und es geht mir echt besser. Und jetzt auf zu neuen Ufern! Am Wochenende werde ich gleich erst mal zur DIM fahren und da Claudia und Sandra anfeuern. Das wird ein Heidenspaß!

Alles auf Anfang!

Veröffentlicht in Seelenmüll am 6. August 2008 von Anna

Ähm, hatte ich erwähnt, dass ich mich für Osnabrück entschieden habe? Entscheidungsfreudig, wie ich bin, habe ich mich umentschieden. Ich gehe nach Bielefeld. Ja halt stop, keine Kommentare, es gibt Bielefeld, ich weiß es sicher. Und ja; da geht ja jeder hin. Und ja; Massenuni. Und verdammt noch mal ja, ich werde auch noch etwas dort studieren, womit man unter Garantie super Taxifahrer werden kann: Geschichte und Philosophie. Und ja; für alle die aufgepasst haben, für beide Fächer war ich schon mal vor meiner großen Tiermedizin-Karriere eingeschrieben, auch in Bielefeld. Und wisst ihr was: trotz all dem geht es mir gut mit der Entscheidung. Habe nach so viel Grübelei über meine Interessen und Fähigkeiten festgestellt, dass mich das, was ich jetzt machen will wirklich interessiert und mir auch liegt. Und nach genauerer Prüfung des Unirankings von der Zeit hab ich festgestellt, dass Bielefeld dort eigentlich ganz gut wegkommt im Vergleich mit den anderen Universitäten, die für mich noch in Frage gekommen wären. Und außerdem kenne ich dort auch ein paar Leute, sogar auch liebe Leute, wie zum Beispiel Lara und Annika! Und Vicky! Und Angelika und Hans! Das heißt zur Not muss ich mich nicht von einer Brücke stürzen sondern kann mich bei denen ausheulen. Soweit so gut.

Heulen könnte ich jetzt gerade auch, denn mein Fronturlaub daheim findet heute sein trauriges Ende und nachher werde ich wohl oder übel wieder gen Bad Bodenteich cruisen. Kann kaum beschreiben, wie schwer mir das jetzt fällt und wie gerne ich hier bleiben würde :( Aber was muss, das muss. Ich hoffe ja, dass ich bald entlassen werde, weil ich einfach große Fortschritte gemacht hab und mich hier zu Hause wirklich besser gefühlt habe, als dort. Mal sehen. Jedenfalls ist damit die schöne Zeit des Surfens auch wieder vorbei und meine Internetpräsenz wird wieder stark zurück gefahren…!Also, gehabt euch alle wohl. Wir sehen uns, wenn es von Neuem los geht. Alles auf Anfang!

Moral oder Bratwurst

Veröffentlicht in Literarisch am 2. August 2008 von Anna

Das Buch von Richard David Precht „Wer bin ich und wenn ja, wie viele?“ hat mich tatsächlich überrascht. Eigentlich hatte ich nicht viel davon erwartet, denn man macht ja so seine Erfahrungen mit Büchern, die auf der Spiegelbestseller-Liste an der Spitze stehen. Aber, oh Wunder, es gibt auch noch intelligente Bücher, die die Pole-Position einnehmen, davon bin ich jetzt überzeugt und ich hadere nicht mehr all zu sehr mit der Verblödung unserer Gesellschaft, denn wenn wirklich viele Menschen dieses Buch lesen, dann kann es nicht all zu schlimm sein, denn es enthält meines Erachtens nach viele intelligente Gedanken, viel Wissen, kritische Hinterfragungen und auch eine Portion Humor. Zudem lernt man nebenbei noch mal ein bisschen was grundlegendes zur Philosophie und kann auch so eine Menge für seine Allgemeinbildung tun.

Was mich allerdings bei dem Buch am meisten begeistert hat, ist, dass es wirklich auch auf das eigene Leben, eigene Einstellungen, anwendbar ist. Besonders nachdenklich hat mich dabei dieser Abschnitt aus dem Kapitel „Jenseits von Wurst und Käse – Dürfen wir Tiere essen?“ gemacht;

Stellen Sie sich vor, eines Tages landen fremde Wesen aus dem All auf unserem Planeten. Wesen wie aus dem Hollywood-Spielfilm Independence Day. Sie sind unglaublich intelligent und dem Menschen weit überlegen. Da nicht immer ein todesmutiger US-Präsident im Kampfflugzeug zur Verfügung steht und diesmal kein verkanntes Genie die außerirdischen Computer mit irdischen Viren lahmlegt, haben die fremden Wesen die Menschheit in kürzester Zeit besiegt und eingesperrt. Eine beispiellose Terrorherrschaft beginnt. Die Außerirdischen benutzen die Menschen zu medizinischen Versuchen, fertigen Schuhe, Autositze und Lampenschirme aus ihrer Haut, verwerten ihre Haare, Knochen und Zähne. Außerdem essen sie Menschen auf, besonders die Kinder und Babys. Sie schmecken ihnen am besten, denn sie sind so weich, und ihr Fleisch ist so zart.
Ein Mensch, den sie gerade für einen medizinischen Versuch aus dem Kerker holen, schreit die fremden Wesen an:
„Wie könnt ihr so etwas tun? Sehr ihr nicht, dass wir Gefühle haben, dass ihr uns wehtut? Wie könnt ihr unsere Kinder wegnehmen, um sie zu töten und zu essen? Seht ihr nicht, wie wir leiden? Merkt ihr den nicht, wie unvorstellbar grausam und barbarisch ihr seid? Habt ihr denn überhaupt kein Mitleid und keine Moral?“
Die Außerirdischen nicken.
„Ja, ja“, sagt einer von ihnen. „Es mag schon sein, dass wir ein bisschen grausam sind. Aber seht ihr“, fährt er fort, „wir sind euch eben überlegen. Wir sind intelligenter als ihr und vernünftiger, wir können lauter Dinge, die ihr nicht könnt. Wir sind eine viel höhere Spezies, ein Dasein auf einer anderen Stufe. Und deshalb dürfen wir mit Euch machen, was wir wollen. Verglichen mit uns, ist euer Leben kaum etwas wert. Außerdem, selbst wenn unser Verhalten nicht ganz in Ordnung sein sollte – eines steht trotzdem fest: Ihr schmeckt uns halt so gut!“

Jetzt möchte ich mich am liebsten vegan ernähren, nur noch Jute-Taschen benutzen und alle Tiere in Frieden leben lassen. Ein schwer realisierbarer Plan. Jedenfalls habe ich jetzt wieder einen Punkt mehr, über den ich nachgrübeln kann und zudem einen Grund mir noch auf andere vielfache Weise ein schlechtes Gewissen zu machen…! Allerdings ist mir dann aufgefallen, dass man, beleuchtet man das Leben genauer, dann nur noch mit schlechtem Gewissen rumlaufen kann. Angefangen bei den Turnschuhen, die arme Kinder in Afrika angefertigt haben, bis hin zu den Fliesen im Bad, die von armen Kindern in Indien hergestellt wurden. Wenn ich also nicht beginne, in einem Hanf-Zelt zu leben, mich von eigens angebauten Pflanzen zu ernähren und mir nur noch mit selbstgeschnitztem Holzspielzeug die Zeit zu vertreiben, werde ich aus dieser „schlechtes Gewissen“-Nummer wahrscheinlich nie heraus kommen. Verdammt. In was für einer Welt leben wir eigentlich…!