Archiv für Juli, 2008

Einmal Grönland, bitte!

Veröffentlicht in Seelenmüll am 27. Juli 2008 von Anna

Mein Wunsch, auszuwandern, wird mit zunehmender Hitze wieder größer. Also, auf nach Grönland! Oder so. Im Moment bin ich gerade in Hamburg, bei meinem herzallerliebsten Bruder, der gestern sage und schreibe 30 Jahre alt geworden ist, was ich immer noch nicht ganz fassen kann…. Vielleicht haben wir uns irgendwann mal verzählt oder so, denn er ist ja doch sehr “ jung geblieben “ … jedenfalls sitzt er gerade neben mir und spielt irgendein seltsames PC-Spiel, bei dem er komische, hässliche Monster jagt oder so. Ich weiß nicht, ob das altersadäquat ist. Aber meinetwegen, wenn es ihn glücklich macht…!

Ich persönlich bin glücklich, dass ich heute nicht mehr rausgehen muss. Es ist mir einfach viel zu warm und ich habe meinen besten Freund in dieser Wohnung gefunden, den Ventilator und na ja klar, meinen PC, endlich mal wieder für umme ins Internet. Und jetzt schaue ich mich um… denn ich bin, was meine Zukunftsplanung anbelangt endlich weiter gekommen. Ich werde demnächst nach Osnabrück ziehen. So. Egal was ich jetzt für Zusagen bekomme. Denn in Osnabrück kann ich auf jeden Fall studieren. Wenn ich keinen Platz für das zulassungsbeschränkte „Europäische Studien“ bekomme, dann kann ich mich immer noch zulassungsfrei für Geschichte und Philosophie auf 2-fach Bachelor einschreiben. Und das mache ich dann halt. Für mich ist es nur wichtig, dass ich weiß, wo ich hingehe und nicht auf den letzten Drücker anfange, mir irgendwo eine Wohnung zu suchen usw. Ich möchte das alles ganz in Ruhe machen und mich auch schon ein bisschen in der Stadt umsehen und zB. auch dort schon nach einem Therapeuten schauen usw. so dass ich nicht im Oktober von Jetzt auf Gleich einen Neustart machen muss. Dieser Plan lässt mich wenigstens in dieser Hinsicht ein bisschen zuversichtlich sein, auch wenn ich natürlich Angst hab, vor der ganzen neuen Situation und einem erneuten Scheitern…

Ansonsten hab ich auch schon mal mehr gelacht. Die Klinik nervt mich, ich habe langsam einen Lagerkoller und irgendwie bin ich mit meinen Fortschritten auch nicht so zufrieden. Ich merke mehr und mehr, dass das ganze Problem sich einfach über zu viele Jahre hingezogen hat, um jetzt auf die Schnelle gelöst zu werden. Das, was ich glaube ich am meisten brauche, ist Geduld mit mir selber. Und die hatte ich noch nie. Vorallem fällt es schwer, wenn man sieht, das alle Leute neben einem so ein beschissen schön normales Leben führen und Dinge erleben, die man selber gerne erleben würde, obwohl man weiß, dass man momentan nicht in der Lage dazu ist.

Kleiner Zitateschatz

Veröffentlicht in Literarisch am 15. Juli 2008 von Anna

Einsamkeit

Wenn uns die anderen Zuneigung, Achtung und Anerkennung entziehen: Warum können wir nicht einfach zu ihnen sagen:

„Ich brauche das alles nicht, ich genüge mir selbst“?

Ist es nicht eine schreckliche Form von Unfreiheit, dass wir das nicht können? Macht es uns nicht zu Sklaven der anderen? Welche Empfindungen kann man dagegen aufbieten als Damm, als Schutzwall? Von welcher Art muss die innere Festigkeit sein?

(aus „Nachtzug nach Lissabon“ von Pascal Mercier)


Ein Zitat, das mich bewegt hat und dem ich mich nur anschließen kann, immer auf der Suche nach dieser inneren Festigkeit, die ich wohl nie finden werde…? Das Buch kann ich empfehlen, weil es viele wunderschöne Sätze enthält, über die man Lust bekommt, nachzudenken. Allerdings hat das Ganze auch ein bisschen seine Längen, teilweise. Also nur was für geduldige Leser. Aber wer aufmerksam ist, findet darin die schönsten Zitate. Hier noch eins, das mir besonders gut gefallen hat:

Vergeh dich ruhig,vergeh dich an dir selbst und tu dir Gewalt an, meine Seele;doch später wirst du nicht mehr die Zeit haben, dich zu achten und zu respektieren.Denn ein Leben nur, ein einziges, hat jeder.Es aber ist für dich fast abgelaufen und du hast in ihm keine Rücksicht auf dich selbst genommen sondern hast getan, als ginge es bei deinem Glück umd die anderen Seelen…Diejenigen aber, die die Regungen der eigenen Seele nicht aufmerksam verfolgen, sind zwangsläufig unglücklich.

(Marc Aurel, Selbstbetrachtungen)