Hier bin ich, mal wieder. Ein Traum. Heute ist es schwül und ekelig und ich finde alles gerade doof. Aber ansonsten. Super. Gestern war ich in Hamburg. Wenigstens mal eine gelungene Abwechslung in dem ganzen Klinik-Trott, auch wenn ich gestehen muss, dass die Stadt einfach zu groß für Landeier wie mich ist. Ich bin ja sowieso immer schon völlig reizüberflutet und der ganze Verkehr geht mir tierisch auf den Sender, aber gestern war dann leider auch noch ein Harley-Davidson-Treffen in der Innenstadt, was extrem schön war. Nicht nur, weil ich mich ja extrem für Motorräder interessiere, sondern auch noch, weil sie ja so wundervolle Geräusche machen. Musik in meinen Ohren!
Heute hab ich den Großteil des Tages mit Lesen verbracht. Allerdings habe ich jetzt endgültig aufgegeben, „Die Tore der Welt“ zu lesen. Ich hab mich ja eigentlich total gefreut, die Fortsetzung von „Die Säulen der Erde“ zu lesen. Und auch die anderen Bücher von Ken Follet fand ich jetzt gar nicht sooo schlecht – sicher nichts mega anspruchsvolles, aber doch unterhaltsam. Aber alles hat seine Grenzen. Ich bin echt fertig mit dem Typen. Das Buch entpuppt sich nämlich einfach mal wieder als ein Mittelalter-Porno. Also auch nicht besser als „Die Wanderhure“, „Die Hebamme“, „Die Goldhändlerin“ „Die Schwester der Wanderhure“, „Die Schwägerin der Schwester der Wanderhure“ und alle anderen Mittelalter-Schmöker, die den Markt überschwemmen und mir inzwischen tierisch auf den Sender gehen. „Die Tore der Welt“ ist wieder einmal mehr ein unrealistisches Buch, das sich historisch schimpft. Die Protagonistin hat für eine Frau im Mittelalter so erstaunlich viele Rechte und revolutionäre Gedanken, dass sie vermutlich noch im 20. Jahrhundert dafür schräg angeschaut worden wäre. Sie lebt auch unverheiratet ne lockere Beziehung mit ihrem Angebeteten. Dann wird sie irgendwann Nonne, aber zwischendurch geht sie immer mal wieder mit dem Kerl ins Bett und, natürlich, um auch alle Gelüste des Lesers zu befriedigen, mit einer anderen Nonne. Nicht genug, ein paar ordentliche Vergewaltigungen kommen natürlich auch mal wieder vor und da wird dann fröhlich beschrieben, dass die Frau dabei noch in gewisser Weise Lust empfindet. Als ich den Scheiß gelesen hab, hatte ich dann echt keinen Bock mehr auf das Buch. Also, das ist eins der sehr wenigen Bücher, das ich weggelegt habe, ohne es zu Ende gelesen zu haben. Das will schon was heißen, sonst hab ich ja quasi fast den Zwang, jedes Buch, und sei es noch so beknackt, auszulesen. Und jetzt habe ich echt die Schnauze voll von Mittelalter-Büchern! Oder ich schreibe selbst eins. Vielleicht „Die Hundezüchterin der Wanderhure“. Oder aber auch „Die Nail-Designerin der Wanderhure“. Man wird sehen, am Wochenende habe ich ja eigentlich immer ein bisschen Zeit und meine historischen Kenntnisse scheinen mir denen von Ken Follet fast noch überlegen.
