Archiv für Mai, 2008

Out of Zivilisation

Veröffentlicht in daily stuff am 26. Mai 2008 von Anna

Wow.Technik!Es gibt hier einen PC! Ich habe ihn entdeckt. Man steckt 1 Euro in den Schlitz und PENG hat man Zugang zur Welt. Ansonsten ist man hier nämlich ziemlich abgeschnitten von Allem. Aber na ja, immerhin, dieser PC hier ist ja echt schon eine Wonne, auch wenn er so schnell ist wie ich. Also langsam, sehr langsam. Und ich hab nur 1 Euro gerade parat. Aber wenigstens dachte ich, kurz anzumerken, das Post riesig ist und dass man mir schreiben kann :)

Anna-Kristin Panhoff

Zimmer 3319

Seepark Klinik Bad Bodenteich

Sebastian-Kneipp-Straße 1

29389 Bad Bodenteich

 

Ich bin dann mal weg…

Veröffentlicht in Seelenmüll am 25. Mai 2008 von Anna

…und ich weiß noch gar nicht so recht, ob, wann und wie ich wieder mal ins Internet komme. Wohin es geht: in die Seepark Klinik in Bad Bodenteich in der Lüneburger Heide. Mal klar kommen…!Im Moment bin ich irgendwie ziemlich aufgeregt und auch ein bisschen traurig, andererseits aber auch irgendwie froh,dass ich die Chance habe, was zu ändern und wieder gesund zu werden.

Gestern habe ich noch „zum Andenken“… ein paar niedliche Fotos von meinem Wutz gemacht, den ich aber bei Olli und Claudia in besten Händen weiß, Gott sei Dank. Und um euch allen zu zeigen, was für ein niedliches Ponyschen ich habe, zeig ich euch auch hier noch ein Bild!

Soweit so gut. Ansonsten ist mir in den letzten Tagen nicht sonderlich viel passiert, ich hab meinen Kram zusammen gepackt und ansonsten nur noch mal die liebste Lara besucht. Und jetzt auf zu neuen Ufern. Wenn ich mich wieder melde, gibt es Nachrichten aus der Anstalt…

Top ficken oder top aussehen

Veröffentlicht in Seelenmüll am 15. Mai 2008 von Anna

Ich kann nicht gerade behaupten, dass ich in den letzten Tagen vor Fröhlichkeit sprühe aber ich versuch zumindest, mir nicht völlig die Decke über den Kopf zu ziehen und ab und an meine soziophoben Gedanken zu verdrängen um meinen Astralkörper in die Sonne zu halten. Man muss ja auch was tun für den Teint. Jedenfalls weiß Goliath endlich wieder, wie ich aussehe und mit Smilla habe ich auch schon Playmobil gespielt. Die ist echt cool drauf. Ich in meiner Einfältigkeit habe doch tatsächlich gedacht, dass die kleinen gelben Papierkügelchen Brötchen für die Playmobilmännchen sind. Smilla hat mir dann aber erklärt, dass die nur aus Papier sind. Ach so! Ich hab ihr dann vorgeschlagen, wir könnten so tun als ob… aber das fand sie anscheinend unbefriedigend. Vermutlich denkt sie jetzt auch schon, dass ich nicht ganz sauber ticke…gelbe Papierkügelchen…Brötchen…ne,is klar, Anna!

Des weiteren ist auch der Zukunftsgedanke nach wie vor ein störender, da ich immer noch nicht wirklich genau weiß, was aus mir werden soll. Die vielen gutgemeinten Vorschläge konnte ich bisher alle noch kritisieren und irgendwann wirds einfach auch deprimierend, wenn man zu allem sagen muss: „Das kann ich nicht!“ – bzw. zu allem anderen: „Das will ich aber nicht…“ – da könnte doch direkt der Eindruck entstehen, dass ich a) nichts kann und b) einfach total bequem bin und keine Lust habe, irgendwas zu raken. Fakt ist nur, dass ich einfach kein Studium bzw. auch keine Ausbildung mehr machen will, bei der ich Dinge tun muss, die einfach nicht meinen Neigungen und Talenten entsprechen. Also klar gibt es sicher kein Studium/ keine Ausbildung, wo alles super ist, aber ich habe nicht vor, wieder irgendwas zu machen, wofür ich mir hauptsächlich den Arsch aufreißen muss um es zu schaffen, sprich ich will es mir nicht mehr unnötig schwer machen – was viele einem vielleicht als Faulheit auslegen mögen, aber das ist mir dann auch egal. Es bringt mir jetzt jedenfalls nichts, irgendwas mit Mathe zu machen zum Beispiel. Klar, das KANN man sicher alles lernen. Genau so gut kann man sicher auch lernen, wie man mit den Zehen einen Pullover strickt und welche Blutgruppe sämtliche deutsche Bundesbürger haben. Wie glücklich man dann damit ist, ist wiederum die andere Frage. Und unglücklich sein kann ich eigentlich schon von alleine genug. Da brauch ich jetzt nicht noch mal ein Studium wo es größtenteils eins auf die Nuss gibt.

Wenn man sich als Frau mal realistisch auf dem Arbeitsmarkt umsieht, gibt es statistisch gesehen übrigens nur zwei Jobs, bei denen man besser verdient als ein Mann:als Prostituierte und als Model. Also: top ficken oder top aussehen. Habe das Gefühl, dass das beides nix für mich ist. Verdammt, anscheinend bin ich, was die Berufswahl angeht, echt beratungsresistent!

Dabei bin ich doch so ein kreativer Kopf…! Sitz ich jetzt doch schon seit Tagen über einem Hammer-Geschenk für meinen lieben Vater. Der kriegt ein super-schlaues Geschichtsquiz von mir. Wir haben nämlich ein gemeinsames Faible für Quiz-Sendungen, bei denen für ihn aber natürlich alle Themen viel zu leicht sind, besonders die Geschichtlichen. Und wenn mal einer nicht weiß, wer Spartakus war oder wann die Schlacht bei Issos statt fand, dann hat der ja echt mal 0 Allgemeinbildung. Na ja, so ganz ernst meint er das nicht, aber es erfreut ihn immer wieder, wenn ICH keine Ahnung hab und er so nonchalance irgendwelche Jahreszahlen vor sich hinbrabbelt. Darum kriegt er also zum Geburtstag jetzt ein Quiz von mir, was sich gewaschen hat. Die Herstellung erweist sich aber als arbeitsintensiver als ich dachte. Um die drei falschen Antwortmöglichkeiten auch einigermaßen glaubhaft klingen zu lassen, muss man sich echt was einfallen und sich ziemlich in die Themen einlesen, wie ich festgestellt habe. Ich hab bei den Römern angefangen und sitz jetzt mitten in der Weltwirtschaftskrise. Und bis Sonntag muss ich endlich fertig werden. Wollte eigentlich wenigstens noch bis zur EU-Osterweiterung kommen. Wie man sieht: wer keine Arbeit hat, der macht sich welche. Aber hey, so ein persönliches Geburtstagsgeschenk ist doch viel cooler als ne Schachtel Zigarren!Übrigens; falls noch irgendwer ein paar schwere Fragen auf Lager hat, immer her damit!

Vorschlag für Schäuble

Veröffentlicht in daily stuff am 8. Mai 2008 von Anna

Mir ist schlecht! Brechreiz! Heute wurde in Vlotho das Zentrum des sogenannnten „Collegium Humanum“ von der Polizei ausgeräumt und die Eingänge zugemauert. Für alle, die von diesem Verein noch nichts gehört haben; gegründet wurde er 1963 als „Heimvolkshochschule für Umwelt und Lebensschutz“ . Anfangs ging es da anscheinend noch um irgendwelche ökologischen, antroprosophischen oder esoterische Belange, aber dann entwickelte sich das Ganze zu einer Plattform für Neonazis und Holocaustleugner – demnach also wirklich eine gute Idee, den Laden auf dem schnellsten Wege dicht zu machen, soweit richtig.

Allerdings bin ich wirklich erstaunt, nein entsetzt, was für Vereine in Deutschland gegründet werden dürfen. Okay, bei diesem „Collegium Humanum“ - Scheiß kann man ja vielleicht nicht gleich drauf kommen, was für ein bescheuertes Volk sich da trifft. Spätestens bei den Vereinsaktivitäten wie „Eine Hitlerrede anhören“ hätte man zwar drauf kommen können, aber gut, vielleicht hätte man auch denken können, dass die Rede zu Forschungszwecken gehört wurde oder so. Auch wenns unrealistisch ist. Aber jetzt kommt der Knüller: im November 2003 wurde doch tatsächlich ein dem Collegium nahestehender Verein gegründet mit dem Namen „Verein zur Rehabilitierung der wegen Bestreitens des Holocaust Verfolgten“. Hallo? Wie bitte ist es möglich, dass ein Verein mit diesem Namen in der Bundesrepublik Deutschland gegründet wird?! Wer bitte hat das zugelassen?
Und was sind das für Menschen, die so einen Verein gründen? Wie unverfroren kann man denn sein, auch noch das Wort „Verfolgte“ so schandhaft zu misbrauchen in diesem Bezug? Ich wusste nicht, dass es sowas gibt, dass es so etwas geben durfte, das macht mich echt fertig. Gibt es noch mehr solcher Vereine, die so augenscheinlich verfassungswidrig sind und die Achtung von anderen Menschen mit Füßen treten?

Wie auch immer, erst mal finde ich es wichtig, solche Vereine zu verbieten – schon allein, damit sowas nicht auch noch steuerlich begünstigt wird, wie es ja bei Vereinen nun mal der Fall ist. Die Menschen, die dem Verein angehört haben, kann man leider nicht verbieten, die gibt es noch immer. Wenn ich jemals so jemanden treffen sollte, kann ich für nichts garantieren. Am besten sollte man den ganzen Verein in einen Bus setzen und nach Polen schaukeln. Dort müssten sie dann von einem KZ ins nächste, dann noch in die Vernichtungslager. Von morgens bis abends, drei Monate lang. Ein Krematorium nach dem anderen. Die volle Tour. Von A bis Z. Auschwitz, Lublin, Plaszow, Stutthof, Belzec, Kulmhof, Sobibor, Treblinka. Und wieder von vorn. Und jedesmal vorbei an den Haufen von Brillen und Schuhen. Jedesmal rein in die Häftlingsbaracken. Rein in die Gaskammern. Und wieder von vorn. Bis sie kotzen. Und dann nochmal. Und dann jedesmal eine Führung. Und wer sich weigern würde, die Texte zu lesen, der bekäme sie vorgelesen, immer und immer wieder. Das wäre dann der letzte gemeinsame Ausflug dieses Vereins gewesen. Und danach sollen sie für den Rest ihres Lebens Alpträume davon haben und jeden Sommer ein ASF-Sommerlager mitmachen, Gedenkstättenarbeit oder die Pflege von jüdischen Friedhöfen.

Kann ich diesen Vorschlag direkt im Innenministerium einreichen?