Archiv für April, 2008

Ab zum Gynäkolgen?

Veröffentlicht in Seelenmüll am 27. April 2008 von Anna

Toll. Ich durfte nun endlich das neue Klinikum in Minden austesten und auf einer Skala von 1-10 bewerte ich das mal locker mit einer 11, wenn 10 unterirdisch heißt. Jedenfalls war es ein Alptraum sondergleichen, total chaotischer Haufen, die eine Hand weiß nicht, was die andere tut und wenn man nicht selber höllisch aufpasst, wacht man vermutlich aus der Narkose aus und bemerkt, dass einem fälschlicher Weise der Arm amputiert wurde. So in etwa. Na ja, meine Nierensteine wurden zertrümmert. Und jetzt geht’s langsam wieder bergauf. Aber ein Spaß war das auch nicht. Außerdem wurde ich wieder Opfer einer Fehldiagnose. Der gute Arzt sagte zu mir, dass er als Urologe nichts für mich tun könne, da wäre ja gar kein Stein. Er wollte mich dann mal wieder zum Gynäkologen schicken oder wahlweise zum Gastroenterologen. Ich dachte ich höre nicht richtig. Irgendwie scheinen alle Leute zu glauben, dass ich nicht ganz sauber ticke, ich mein, das tue ich ja auch nicht, aber wenn ich eine Nierenkolik habe, dann weiß ich, dass ich ne Nierenkolik habe und dann brauch ich nicht zum Gynäkologen. Aber das scheint ja bei allen Ärzten irgendwie das Mittel der Wahl zu sein, wenn sie nicht mehr weiter wissen. Frauen gehen dann halt zum Gynäkologen. Fertich. Ich habe dann aber einen Mordsaufstand gemacht und gesagt, der solle noch mal Ultraschall machen usw. und nachdem er dann die Röntgenbilder und das Ultraschall im Team besprochen hatte kam er auf einmal an und meinte, wir müssten eine Stein zertrümmern, der direkt in der Niere sitzt. Ach ne. Und der hat sich wohl immer so hin und her bewegt, dass es mal saumäßig weh tat und mal nicht. Ach was. Aber gut,dass er als Urologe gar nix mehr für mich machen konnte. Ich hätte ihn ja echt gern ausgelacht, aber dazu war meine Laune irgendwie auch zu mies.

Jetzt bin ich wieder zu Hause und mein Zimmer steht voll mit Kisten mit meinen Habseligkeiten,die wir aus Klein Schilli abgeholt haben. Somit ist dieses Kapitel auch irgendwie beendet und ich komme mir sehr komisch vor. Überhaupt. Ging mir schon mal besser.

Karrierenplanung

Veröffentlicht in Trash am 20. April 2008 von Anna

Mein Leben ist ja im Moment so spannend. Ich komme mir vor wie im Altersheim. Mein Nierenstein gastiert immer noch irgendwo in mir und ich wälze mich mit Schmerzen durch die Gegend oder bin so auf Schmerzmitteln, dass ich eigentlich zu nichts in der Lage bin. Ein Traum. Ab und an bin ich dann mal so wach dass ich es an den PC schaffe und mir dort Gedanken über meine Zukunft mache. Ist schon verrückt, was man alles studieren kann. Ich hab jetzt aber genau das Richtige für mich gefunden:

Die eigene Karriere als Spitzensportlerin oder Spitzensportler vorantreiben und trotz straffer Trainings- und Wettkampfplanung einen international anerkannten akademischen Abschluss erwerben? Diese Möglichkeit bietet die Universität Oldenburg mit dem berufsbegleitenden, internetgestützten Bachelorstudiengang „Betriebswirtschaftslehre für Spitzensportlerinnen und Spitzensportler“ (B.A.).

Prima.Dann kann ich endlich das Bodenturnen und ein Studium unter einen Hut bringen. Man sieht; alles wird gut. Aber mal ehrlich. Ich habe irgendwie keine Ahnung,was ich machen soll.Zwar habe ich immer wieder tolle Ideen,aber dann hab ich Angst,dass es doch das Falsche ist und ich dem (wieder) nicht gewachsen bin.Und diesmal muss es ja klappen. Ich kann nicht noch einen Studiengang abbrechen. Seltsamer Weise sind meine Eltern nicht bereit, den Studiengang „Puppenspielkunst“ zu unterstützen. Schade.Ich glaub,das hat Zukunft.

Dinge von denen ich gar nichts wissen will…

Veröffentlicht in Literarisch am 15. April 2008 von Anna

So, jetzt wollte ich doch kurz noch mal begründen, warum ich meinen Glauben an die deutsche Gegenwartsliteratur verloren habe. Ich bin geschockt. Ehrlich. Und das nachhaltig.

Ich habe Charlotte Roches vielumjubeltes, besprochendes und von den Medien gepuschtes Debut gelesen und: rote Ohren bekommen. Und ab und an wurde mir schlecht. Ich bin nicht prüde. Echt nicht. Aber das war mir dann doch zu viel. Ich hatte mir echt was davon versprochen. Charlotte Roche, dachte ich, das ist so ne richtig coole Sau, vonwegen Emanzipation und schmückt den Emma-Titel und ist ganz dicke mitte Alice Schwarzer. Dachte, dann kommt bei der vielleicht auch was rum. Tja. Lauf ich also, blöd wie ich bin, los und kauf mir das Buch. Das Geld hätte ich echt besser in ne Gala investiert. Das wäre fast gehaltvoller gewesen. Aber ich war auch noch geblendet von der schicken pinken Aufmachung.

Leider hat das Buch nicht mal wirklich eine Handlung. Die Protagonistin ist ein total sexfixiertes 18-jähriges Mädel, dass mit einer Anal-Fissur,die sie sich beim Hintern-Rasieren zugezogen hat, im Krankenhaus landet. Und da verliebt sie sich dann noch in ihren Krankenpfleger. Das ist eigentlich alles. Während sie da so liegt, erzählt sie von ihren ganzen Fetischen und ihrer Einstellung zu Körperhygiene und ihren sexuellen Eskapaden und, besonders schön, gleich zu Beginn des Buches; über ihre Hämorrhoiden. Jetzt mal ehrlich: Charlotte Roche propagiert ja so, dass man offen sein soll und nicht so verkrampft und über sowas alles reden soll. Schön! Soll sie doch, meinetwegen; aber wenn interessiert das? Ist es nicht eigentlich auch ganz schön, dass wir über manche Dinge einfach gar nicht reden? Dass wir sie lieber totschweigen, einfach, weil sie nicht angenehm sind und jedem, dem wir sie erzählen eher ein bisschen den Appetit verderben? Ist es nicht sinnvoll, ein gewisses Schamgefühl zu haben? Wieso nicht? Mich interessiert es nicht, wie der sogennante „Arsch-Blumenkohl“ am „Poloch“ von meinem Gegenüber aussieht (um hier mal das überaus einfallsreiche Vokabular von der Autorin zu verwenden). Ehrlich. Ich hab normalerweise kein Problem mit sowas. Ich kann mich auch über schmutzige Witze amüsieren und ich bin auch nicht der Ansicht, dass Frauen nur Lavendel kacken und so weiter und so fort. Aber hier hat die gute Charlotte doch echt mal irgendwie ne Grenze überschritten. Mir kommt das Ganze eher so vor, als wolle sie einfach nur mit ihren extrem ekeligen und ziemlich detaillierten Beschreibungen provozieren und es ist teilweise so plakativ, dass ich eher denke, es wurde von einem pubertären Achtklässer geschrieben als von einer erwachsenen Frau. Wer mir nicht glauben will, muss es selber lesen. Ich bin,um ehrlich zu sein, zu schamhaft und verkrampft…, um hier noch genauere Details zu beschreiben. Sowas gehört einfach nicht in meinen Blog. Offenheit hat seine Grenzen Das Motto „wir sind alle so super offen und können über alles reden…“ ist ja schön. Wie gesagt; man kann über alles reden, aber die Notwendigkeit dafür besteht einfach nicht. Ich halte es da mit den Ärzten: Das sind Dinge von denen ich gar nichts wissen will…! Nur ein kleines Zitat gönne ich euch noch:

„Ich benutze mein Smegma wie andere ihre Parfümflakons. Mit dem Finger kurz in die Muschi getunkt und etwas Schleim hinters Ohrläppchen getupft und verrieben. Wirkt schon beim Begrüßungsküsschen Wunder.“

Was ich an der ganzen Sache nur so erstaunlich finde: das Buch ist auf der Bestseller-Liste auf Platz 1 und wird im Fernsehen besprochen wie die Mondlandung. Und Leute, von denen ich dachte, dass sie ernstzunehmen sind (ich sage nur Roger Willemsen) geben positive bis begeisterte Kritiken dazu ab.Ich frage mich, ob wirklich alle das cool finden, oder ob die es einfach cool finden, um nicht prüde zu wirken. Eine weitere Frage, die dieses Erstlingswerk aufwirft ist dann noch: WAS bitte hat das mit Emanzipation zu tun? Das ist nicht emanzipiert, das ist einfach bescheuert. Klar, freie Sexualität musste von Frauen wirklich mal erkämpft werden und eine positive Einstellung zum eigenen Körper und zur eigenen Sexualität ist bestimmt auch ein wichtiger Ansatzpunkt. Aber dieses Buch hat damit nichts zu tun. Zudem müssten sich jetzt die Männer auch irgendwie benachteiligt vorkommen. Denn sowas in der Art habe ich von Männern noch nicht gelesen. Vermutlich liegts daran, dass ich einfach nicht die „Literatur“ lese, die Charlotte Roche kennt. Die will ja jetzt angeblich auch einen Porno drehen. Na dann, Klappe und Action.

(Übrigens; dies ist in meinem neuen Blog der erste Eintrag in der Kategorie „Literarisch“ – obwohl er da eigentlich nicht hingehört – sondern eher unter „Trash“. Aber da es sich um ein Buch handelt, hab ich es der Ordnung halber so eingeordnet…)

Bye bye Annkatrin…

Veröffentlicht in daily stuff am 13. April 2008 von Anna

Ein weiteres bewegendes Thema war natürlich in den letzten Tagen der Abschied von der lieben Annkatrin, die sich nun für 3 Monate nach Namibia begibt um auch dort den Kühen den Arm in den Hintern zu stecken. Leider habe ich somit die längste Zeit mir ihr zusammen gewohnt – denn wenn sie wieder kommt, werde ich für immer der WG in Klein Schilli den Rücken gekehrt haben. Na ja, wir hatten wirklich eine schöne Zeit zusammen aus der Welt bin ich ja nicht. Trotzdem verliere ich eine tolle Mitbewohnerin und natürlich Goliaths persönliche Bereiterin. Eine große Karriere geht zu Ende!

Annkatrin und Goli

Ihre Abschiedsgrillen war noch mal ein wirklich netter Abend, an dem auch ich noch mal gemerkt hab, wie heimisch ich mich eigentlich schon gefühlt hab und was wir für eine nette Zeit miteinander hatten. Traumhaft war Wiebkes Einsatz beim Fisch filetieren oder besser fläddern. An den Kragen ging es an dem Abend aber hauptsächlich Jo, der auf Grund von schrecklicher Erkrankungen Antibiotika nehmen musste.Andrea relativierte seine als beinahe tötlich dargestellten Leiden: „Der hatte ne’ Erkältung!“. Jo ist also ein Mädchen und wurde dementsprechend gemobbt – aber nicht, dass ich am Abend nicht auch mein Fett weg bekommen hätte – nicht nur in Form von Fischfett, mit dem Wiebke etwas nachlässig durch die Gegend spritzte…

Ansonsten prima

Veröffentlicht in Seelenmüll am 13. April 2008 von Anna

Wahnsinn,was alles passiert in kurzer Zeit. Mein Entschluss, die olympischen Spiele zu boykottieren und trotz des harten Trainings die Bodenturnkür ausfallen zu lassen ist da eigentlich nur eine Nebensächlichkeit. Mitunter habe ich mein Studium geschmissen, war einmal in der Notaufnahme, bei 3 verschiedenen Ärzten, hatte Schmerzen als hätte ich 40 Kinder bekommen, habe gefühlte 34 Badewannen gesoffen, eine Nachmieterin für mein Zimmer gefunden, meinen Glauben an die deutsche Gegenwartsliteratur verloren, Goliath wieder nach Huddestorf verfrachtet und mich wieder mal in ein paar Fettnäpfe gestürzt. Außerdem habe ich mir ein neues Motto für diesen Blog ausgedacht, frei nach Heinrich Böll. Denn das Gefühl, dass ich ein Clown bin werd ich irgendwie nicht los…

Ansonsten ist aber alles gut.

Zum Thema Studium: Trotz meiner immensen innerlichen Durchhalte-Parolen und ständigem persönlichen Psychoterror bin ich froh, dass ich endlich den Mut hatte, mir selber einzugestehen, dass es so nicht weiter geht und dass ich so nicht glücklich werde. Wer bei diesem Studium nicht 100%-ig hinter dem steht, was er tut, der wird irre. Und ich war kurz davor. Ich glaube, dass ich innerlich schon länger wusste, dass ich irgendwie auf falschen Pfaden unterwegs bin, aber ich war zu stolz um es mir einzugstehen. Mein Talent, mir immer das auszusuchen, was mir am wenigsten gut tut, hat mich halt auch bei der Studienwahl nicht im Stich gelassen. Wie dem auch sei: Freitag habe ich mich exmatrikuliert. Es war schon ein enorm seltsamer Moment und ich denk an 2 Jahre zurück, in denen ich echt auch viel gemeistert habe, Menschen kennengelernt hab und auch mich selber. So versuche ich es zu sehen; keine verlorene Zeit, sondern eine Zeit in der ich viele Erfahrungen gesammelt habe…

Gesundheitlich kann ich im Moment nicht gerade aus den Vollen schöpfen. Wenn ich jetzt zum Kaffeekranz im Altersheim eingeladen wäre, könnte ich mit meinen Leiden und Medikamenten locker mit den anderen Omas mithalten. Meine fröhlichen Nierensteine haben mich wieder heimgesucht, zudem haben sich meine Harnwege entzündet und ich habe seit ca. 2 Wochen irrsinnge Schmerzen, wenn ich mich gerade nicht völlig mit Schmerzmitteln zugedröhnt habe. Leider war die Diagnose mit einer Odysee verbunden, die alle Rekorde bricht. Mein Vertrauen in Ärzte ist gänzlich gebrochen. Ich habe eine schöne Zeit in der fröhlichen Party-Notaufnahme in Altwarmbüchen zugebracht, zusammen mit der lieben Sylvie, die mich bei Nacht und Nebel dorthin gebracht hat, weil ich die Schmerzen nicht mehr ausgehalten hab. Dann wurde mir quasi von 3 Ärzten unterstellt, ich sei wehleidig. Ein Gynäkologe, der nicht nur Wladimir hieß sondern auch so aussah wie Wladimir Klitschko und ähnliche motorische Fähigkeiten hatte diagnostizierte mir: „Du haben Zyste.“ Zysten gehen ja von allein weg. Alles klar. Erst nach 3 schlaflosen Nächten bin ich dann zum Urologen gefahren, der mir auch nicht glauben wollte („Das ist was Orthopädisches…“). Ich bin fast durchgedreht.Das Ultraschall sagte uns dann aber; richtig, die Nieren. Nach dem der Arzt mich dann gefragt hat, warum ich nicht schon früher gekommen sei, da ich bei Steinen von dem Ausmaß ja schreckliche Schmerzen haben müsste, hätte ich ihm am liebsten ins Gesicht gepinkelt (klingt ja fies, aber beim Urologen hat man einfach die günstige Gelegenheit). Man sieht; ich habe Spaß. Grobmotorische Gynäkologen, ungeduldige und unfähige Notärzte und Urologen sind einfach nicht zu toppen, wenn man sich auch gesundheitlich mal wieder so richtig beschissen fühlen will. Wenigstens habe ich im Wartezimmer die Zeit gehabt, ordentlich Gala zu lesen. Jetzt weiß ich, das Horst Jansons Tochter magersüchtig ist und er finanziell vor dem Ruin steht. Aber die Familie liebt sich und hält total zusammen. Trotzdem, der Horst tut mir leid. Immerhin spielt er hier und da noch bei irgendwelchen herzanrührenden ZDF-Produktionen für die fröhliche Sonntag-Abendgestaltung mit. Wusste nicht, dass das ZDF so schlecht zahlt. Wieder alles nur, weil sich so viele davor drücken, die GEZ-Gebühren zu zahlen! Da muss der Horst dann darben. Im Prinzip is es da ja schon wieder praktisch, dass die Tochter eh nix essen will. Das spart doch ungemein!