Ein Abschied

Veröffentlicht in Seelenmüll, Tierisch am 11. Dezember 2009 von Anna

Manchmal passieren Dinge so schnell, dass sie einem, wenn man sie im Nachhinein betrachtet,so unwirklich vorkommen,dass man glauben möchte,sie wären nur ein schlimmer Traum gewesen. So geschehen gestern. Gestern ist unser lieber,treuer und bester Hund Balu gestorben. Für alle,die selber keine Tiere haben/hatten und eine enge Bindung mit einem Tier nicht nachvollziehen können,ihr braucht nicht weiter lesen.Nur alle anderen können verstehen, was das bedeutet für jemanden,sein Tier zu verlieren und wie viel man auch für ein Tier empfinden kann.

Balu    *10.Januar 2000    †10.Dezember 2009

Balu war wirklich ein Familienmitglied und wir haben viel Zeit mit ihm verbracht. Er war ein lieber und verschmuster Hund.Er hat gerne gespielt, er liebte Bälle,Stöckchen und er liebte uns,so sehr ein Hund eben einen Menschen lieben kann. Er war der niedlichste Welpe,den wir je hatten.Als er älter wurde, war er der beste Wachhund und ein Meister darin, lange Stöcke,Äste, schon halbe Bäume mit sich durch die Gegend zu schleppen.Der Gedanke, dass er mir nie wieder schwanzwedelnd entgegen springen wird,nie wieder fordernd bellen wird,wenn man ihm seinen Ball werfen soll und nie wieder vor einem sitzen und sich genüsslich die Brust bürsten lassen wird, macht mich so unsagbar traurig. Als wir Balu bekamen,war ich gerade 15 und seit dem hat er mich begleitet. Meine Teenager-Zeit war nicht die aufregende und fröhliche Jugend,die andere vielleicht hatten. Ich war oft traurig, einsam und unglücklich und Balu war die ganze Zeit da. Und auch dieses Jahr waren die Hunde es,auf die ich mich besonders freute,als ich endlich aus dem Krankenhaus kam.Balu war ein Teil von meinem Leben.

Gestern also fuhren wir mit ihm zum Tierarzt, weil wir irgendwas am Darm vermuteten – er hatte anscheinend Probleme, Kot abzusetzen und in den letzten Tagen auch schlecht gefressen.Am Darm wurde aber nichts festgestellt;das Röntgenbild zeigte Schatten auf der Milz. Im Ultraschall dann sah man deutlich Tumorgewebe an der Milz. Der Tierarzt wollte Balu sofort nach der Sprechstunde aufschneiden und den Tumor entfernen.Wir ließen ihn also dort,sahen ihn zum letzten Mal im Untersuchungsraum,als ich der Tierarzthelferin die Leine in die Hand drücke und Balu ein allerallerletztes Mal streichelte. Zu Hause erhielten wir schnell einen Anruf. Ich ging ran und schon während der Tierarzt mir erläuterte,was los war, musste ich nach Fassung ringen. Der Tumor an der Milz war in Begriff aufzuplatzen,was nicht das Problem war,die Milz hätte einfach entfernt werden können. Schlimmer war,dass bereits die ganze Leber voller Metastasen war und die Leber selber schon total brüchig und marode.Der Tierarzt sagte mir,er könne nichts mehr tun und bat mich um die Erlaubnis, Balu einzuschläfern.Und ich musst ja sagen, obwohl natürlich alles in mir „Nein!!!!!!“ schrie.

Jetzt ist das ganze einen Tag her und noch immer erscheint mir das alles so unwirklich. Jetzt steht dort im Flur nur noch ein Hundekörbchen. Und im Zwinger nur noch ein Napf. Und nur noch ein Hund kommt einem schwanzwedelnd entgegen, wenn man zur Tür reinkommt.

Balu werde ich nie vergessen. Er war der beste Balu, den es geben konnte.

Hier habe ich noch mal Balus schönste Bilder hochgeladen.

PS.: Wer nicht auf Pathos,Kitsch und Gefühle für Tiere steht hat Pech gehabt.So wie ich es geschrieben habe,war es.Und so kann man nur fühlen,wenn man ein Tier so lieb gehabt hat wie ich.

Andere Länder,andere Sitten

Veröffentlicht in Trash am 5. Dezember 2009 von Anna

Heute ist für alle Bayern,wohl auch Österreicher und Tschechen Krampustag das habe ich bisher noch nie gehört und war deswegen umso mehr überrascht,dieses Brauchtum einmal mitzuerleben. Und, man wird es kaum glauben, da ich ja die Bayern sonst nicht so besonders toll fand bisher; ich fand es echt nett. Und lustig. Und es war mal was anderes.Es hat mir also wirklich gefallen.

Wer,was dieses Brauchtum angeht, ebenso überfragt ist,wie ich, dem versuch ich kurz zu erklären,was ich heute gesehen habe. Am 5.Dezember machen sich Gangerl (so werden sie im Berchtesgadener Land genannt, heißen eigentlich Krampusse, tragen Fellkleidung und Holzmasken,dazu geflochtene Peitschen) und Strohbuttnmandl (in mehrere Strohbündel gekleidete, Masken-tragende junge Männer) zusammen mit Nikolaus und Knecht Ruprecht sowie vielen Engel auf und ziehen durch die Straßen. Gangerl und Strohbuttnmandl tragen Glocken und Peitschen bei sich, sie machen einen enormen Lärm und sollen dem Brauch nach die bösen Kinder bestrafen. Sie sind Teufel, mit schwarzen (rußigen) Händen, die mit ihren Peitschen schlagen und allen, die sie erwischen können, auch noch das Gesicht schwärzen. Die Kinder und Jugendlichen versuchen so Mutproben-mäßig, die Kramperl und Strohbuttnmandl zu reizen und vor ihnen wegzulaufen. Das war teilweise echt witzig.Auch ich bin dem oben fotografierten Kramperl beim Fotografieren ein bisschen zu nah gekommen und hab was mit der Peitsche abbekommen. Gott sei Dank muss man sich als Brillenträger nicht solche Sorgen machen, das Gesicht geschwärzt zu bekommen.

Der Umzug ging auf den Schlossplatz und hielt dort an. Es wurde ein bisschen Blasmusik gespielt, der Nikolaus kam zu Wort und die kleinen,niedlichen Engelchen sangen ein paar Weihnachtslieder, während die scheppernden Gangerl immer noch durch die Gegend liefen um Kinder zu ärgern und mit Vorliebe attraktiven,jungen Mädchen das Gesicht schwarz färbten. Also, wie gesagt, ich fand es wirklich witzig. Es war eine nette Sache, scheinbar trafen sich viele Leute, die ganz kleinen Kinder fanden es unheimlich,die größeren und die Jugendlichen hatten ihren Spaß dabei, die Kramperl zu ärgern und auch sonst waren wirklich alle vergnügt. Und es waren nicht nur ganz jung und ganz alt vergnügt, sondern wirklich alle Altersgruppen. Das fand ich nett. Und das ging nicht so vonstatten wie beim Karneval im Rheinland, sprich mit ordentlich Alkohol und alle dudeldicke, sondern alle waren relativ nüchtern, es war nicht dieses offensichtliche Gesaufe, was mir nicht so gefällt. Klar, der ein oder andere Glühwein wurde schon getrunken, aber das war nicht der eigentliche Grund dieses Ereignis.

Die Jungs,die sich in dieser schweren Kostüme stecken ließen und damit durch die Gegend liefen, waren übrigens alle von der Bundeswehr. Das finde ich irgendwie toll. Ich meine es ist doch irgendwie schön, Bundeswehrsoldaten nicht mit Krieg verbinden zu müssen sondern mit einem altertümlichen Brauch, der einem ganzen Ort Freude bringt. Und mir, wie gesagt auch.

Für alle, die es interessiert: Hier gibt es die Fotos!

Der Berg ruft!

Veröffentlicht in daily stuff am 1. Dezember 2009 von Anna

Puuh,das Ende hier ist Gott sei Dank in Sicht. Und dann will ich nicht mehr nach Bayern. Ich und Bayern,wir haben ausgespielt…!Die Landschaft kann ja nichts dafür,aber alles erinnert mich so an einen Heimatfilm,dass mir regelmäßig übel wird.Außerdem sind die Bayern die größten Fleischfresser ever.Hier gab es tatsächlich schon Specksuppe mit Wurststückchen und Schweinebraten gefüllt mit Hackfleisch.Absoluter Wahnsinn.Wenn die Bayern ihren ganzen Fleischbedarf mit Rindfleisch decken würden (was sie nicht tun,da sie unheimlich viel Schwein essen),könnte man sie vermutlich allein für die Klimaerwärmung verantwortlich machen.Dafür gibt es in Berchtesgarden nicht ein einziges Lebensmittelgeschäft,in dem man laktosefreien Käse kaufen kann. Aber gut,da ist ja auch kein Fleisch drin.Aber,sagen wir es mal so,auch wenn ich nicht begeistert bin,so sammele ich hier doch auch wieder viele Erfahrungen…

Vorletztes Wochenende beispielsweise habe ich (natürlich ganz alleine,weil hier ja keiner mit mir redet,es sei denn es geht um unverschämte und anmaßende Fragen) einen Ausflug auf den Obersalzberg gemacht.Ich dachte wenn ich schon mal hier bin,dann gucke ich als geschichtsinteressierter Mensch mir das auch an.Die Dokumentation Obersalzberg ist auch wirklich interessant und gut gemacht.Es wird dabei aber nicht nur die Geschichte des Obersalzberg gezeigt sondern halt auch die ganze Geschichte der NSDAP,des 2.Weltkriegs und des Holocausts. Das ist für so eine Ausstellung dann natürlich eine wahnsinnige Fülle an Informationen,von denen viele für mich dann auch nicht neu waren.Ich habe mir dann auch nicht mehr alles so genau durchgelesen, weil ich sonst Tage(?) gebraucht hätte und zudem war ich sowieso schon platt,weil das Thema trotz immer neuer Bearbeitung und vieler Kenntnisse ja auch nicht besonders leicht verdaulich ist.Das galt in diesem Fall besonders für einen Film,nämlich „Gewalt,Vernichtung,Tod.Szenen aus dem 2. Weltkrieg“ , der in den Bunkeranlagen des Obersalzbergs gezeigt wurde. Es ist nicht so,dass ich besonders empfindlich bin oder dass das,was gezeigt wurde neu für mich gewesen wäre. Aber trotzdem waren die Bilder so grausam und eindringlich, dass ich mit Bauchschmerzen den Bunker verlassen musste. Es ist schon seltsam, aber mir geht es immer so, dass ich jedes Mal, wenn ich mich genauer mit dem Thema auseinander gesetzt habe, so eine Wut und einen Ekel empfinde,dass mir richtig schlecht wird.

Als ich danach aus der Dokumentation kam, hatte ich keine Lust auf Bus fahren, vorallem,weil mir dabei immer noch schlechter wird. Also dachte ich blöd,wie ich bin, „hach,hier,…Wanderweg…kannste ja auch direkt mal zu Fuß da runter latschen…und bergab is’ ja auch nicht anstrengend…“ – super,Anna! Manchmal macht es bei mir einfach „Klick“ und dann ist da oben irgendwie Feierabend.Das war jedenfalls wieder mal eine nicht so glänzende Idee von mir. Denn; das sind den Obersalzberg runter bis in die „Innenstadt“ so ungefähr 11 km. Und ich muss dabei zu bedenken geben, dass ich vor 4 Monaten gerade mal so weit war, mit dem Rollator vom Bett zum Klo zu schieben und wieder zurück,will sagen mein Trainingszustand ist nicht gerade der eines Hochleistungssportlers.Aber so einfach mit dem Bus zurück fahren wäre ja auch irgendwie total unspektakulär gewesen.Und ich liebe ja das Abenteuer.Vorallem,wenn ich mich dabei noch verlaufen kann.Nein- man kann nicht einfach nur bergab laufen.Man kann da auch Fehler machen und wenn es Fehler zu machen gibt,dann bin ich dabei.Ich bin jedenfalls irgendwie auf einen falschen Weg gelangt und dann irgendwann auf einem einsamen Hof angekommen…clever wie ich bin dachte ich aber,ich müsse unbedingt diesen Weg weiter gehen und es dauerte ca. noch mal 30 Minuten bis ich mittem im Wald realisierte,dass es sich bei meinem Weg um einen Privatweg handelte,der genutzt wird um gefällte Bäume aus dem Wald zu transportieren. Herrlich.Es macht ja irrsinnig Spaß, Wege wieder zurück zu gehen.Und bergab latschen ist wirklich anstrengender,als ich dachte.Vorallem taten mir meine Knie weh und teilweise war es so steil,dass ich fast gefallen bin (jetzt verstehe ich den Sinn von Wanderstöcken).Kurz; es war der absolute Horrortrip. Wenigstens rief Nina mich zwischendurch mal an und heiterte mich ein bisschen in meinem Elend auf.Das und die ein oder andere wunderbare Bank zum Ausruhen (jaa,an was für Kleinigkeiten man sich auf einmal freuen kann) machten das Ganze dann doch erträglicher. Außerdem habe ich 3 Rehe gesehen, gute Bergluft geschnuppert und mmh…den Berg gelernt so zu lieben,wie es sich für einen guten Deutschen gehört…(höhö).

Ja, sowas erlebt man hier, wenn man ein bisschen bescheuert ist. Ich muss übrigens auch unheimlich bescheuert aussehen,denn heute erdreistete sich doch tatsächlich einer dieser abscheulichen Mitpatienten hier, mich zu fragen, ob ich den Spiegel, den ich mir gerade gekauft hatte, denn überhaupt verstehen würde. Da fehlen einem doch wirklich die Worte. Ich habe gesagt,dass ich ihn nicht verstehe und ihn mir nur kaufe um die Bilder anzusehen. Die Ironie hat der auch nicht verstanden. Schade. Aber ich frage mich nach dieser Begebenheit, ob die Dummheit mir so aus dem Gesicht springt oder was da los ist. Oder ob der Mann selber so dämlich ist, dass er den Spiegel für eine absolut komplizierte Zeitschrift hält, die wirklich kein Mensch verstehen kann.Egal, ich werde hier einfach keine Freunde mehr finden, verdammt, da hatte ich ja schon nach 3 Tagen in der Psychiatrie mehr soziale Kontakte!Gut,dass es das Internet und Skype gibt.Ansonsten wäre ich hier sozial schon total verarmt.

Servus aus dem Exil

Veröffentlicht in daily stuff am 17. November 2009 von Anna

Also ich brauche mich nicht wie Günter Wallraff schwarz anzumalen um diskriminiert zu werden und hey,wer es erleben will,der muss einfach nur nach Oberbayern fahren.Wie wir nämlich festgestellt haben,braucht man dort,um angesehen zu werden,als wäre man ein Aussätziger,nur Hochdeutsch zu sprechen und die Sache ist gebongt.Ohne Witz.Ich hätte auch wirklich nicht gedacht,dass das so schlimm ist,aber wir wurden in einem Café völlig ignoriert und in anderen unfreundlich behandelt.In ein Café kamen wir also rein und in dem relativ kleinen Raum war es sowieso schon ziemlich still (der Oberbayer spricht wohl nicht gern).Freundlich,wie wir nun einmal sind grüßten wir in den Raum mit einem unüberlegten „Guten Tag!“- DAS war ein Fehler und wir hätten es wissen müssen.Für einen kurzen Moment herrschte völlige Stille.Keine Erwiderung.Okay,dachten wir uns,die müssen ja auch nichts sagen.Dass allerdings die Kellnerin uns dann auch keines Blickes gewürdigt hat und uns nicht bediente war dann schon ein bisschen viel für uns.Und weil wir Rumsitzen im Café ohne bedient zu werden doof finden,sind wir schließlich gegangen.Tja,Servus,wie die Bayern sagen.Übrigens geschah dies in dem überaus abgewrackten Tittmoning.Dort scheinen die Mundwinkel der Menschen direkt nach der Geburt nach unten vernäht zu werden.Auf den Fotos ihrer Homepage wurde viel mit Fotoshop gearbeitet und das .eu ist wirklich ein Hohn,denn besonders weltoffen geht es da nicht zu.Wer (so wie ich) dachte,dass Dirndl und Krachlederne eigentlich nur zu bestimmten Festen getragen werden,täuscht sich.Und wer dachte,dass man als hochdeutschsprechender Mensch nicht schief angeguckt wird,ebenso (das Ganze ist uns wirklich nicht nur einmal passiert bei unserer Reise durch das riesige Bayern,…die Franken waren vielleicht noch freundlicher,…aber na ja…um eine Lanze zu brechen für die Oberbayern,auch dort gibt es Ausnahmen…).

So viel zu meiner Liebe zu den bayrischen Landsleuten.Jetzt hier in der Klinik ist dann noch das Problem hinzu gekommen,dass ich einfach diese Sprache nicht verstehe.Heute beim Abendessen durfte ich (endlich) mal mit mehreren Menschen an einem Tisch sitzen,nach dem ich die Male zuvor immer wie eine Aussätzige an einem Einzeltischchen saß.Aber ob ich da nun mit am Tisch sitze oder PENG, ich verstehe kein Wort.Es würde keinen Unterschied machen,wenn ich neben einem Haufen Chinesen sitzen würde.Hach…ich lobe mir die Nordlichter.Die reden zwar nicht so viel,aber wenn sie was sagen,dann verstehe ich sie wenigstens.

So ist das mit Kommunikation und allem also nicht sonderlich weit her.Es erweist sich auch als schwierig,weil meine Mitpatienten zum größten Teil so Mitte 50 und älter sind und da ich ja bekanntermaßen immer noch gefragt werde,ob ich die Schülerermäßigung haben will,denken die,die vielleicht „nur“ so 10 Jahre älter sind als ich,dass ich 14 bin oder so.Ach, na ja,problematisch ist auch,dass ich hier die Luxusversion des Reha-Aufenthalts genießen darf,weil ich ja privat versichert bin.Und diese privilegierten Menschen werden von dem übrigen Pöbel ziemlich separiert.Man hat also als VIP einen eigenen Speisesaal und da kommt man nur mit so einem komischen Laserding rein.Und die Zimmer sind auch von den anderen durch eine dicke,getönte Milchglaswand und verriegelte Türen getrennt. Böse Zungen behaupten,in unserem Gesundheits-System gäbe es eine Zweiklassengesellschaft…pfui,wer sagt nur sowas?Ist mir ja auch egal…Hauptsache ist ja,ich habe meinen Flachbild-Fernseher und WLan und überhaupt,mir wird der Arsch gepudert!Soziale Gleichheit wird ja generell auch eher überbewertet.Und wer hat, der kann! Aber da ich nun mal von dem ganzen minderwertigen Gesindel schön getrennt gehalten werde, verringert sich die Chance auf soziale Kontakte noch mehr.Vielleicht auch besser so,denn ich will mich ja auch nicht unter Niveau amüsieren.

So.Das also war mein erster Bericht aus dem Ausland.Wer mich aus meiner sozialen Einsamkeit mit ein paar Worten (auf HOCHDEUTSCH) erheitern will,der ist herzlichst Willkommen.Meine hiesige Adresse lautet:

Klinikum Berchtesgadener Land
Anna-Kristin Panhoff
Station 6, Zimmer 414
Malterhöh 1
83471 Schönau am Königssee

Ich nehme auch alles andere,also Mails,SMS,Pakete,Postkarten,…wie auch immer.Bin da flexibel.Ach ja,…dass Schnönau am Königssee liegt ist übrigens ein absoluter Euphemismus!Der Königssee ist hier in der Nähe.So viel dazu…

Betroffen

Veröffentlicht in Seelenmüll am 12. November 2009 von Anna

Robert Enke also hat sich umgebracht.Ich finde es traurig und doch weiß ich genau wie viele mir sagen werden; na und,trauerst du denn um jeden,den du gar nicht kennst?Ist denn nicht jeder Tod tragisch oder traurig und ist nicht jemand,der freiwillig den Tod gewählt hat feige?Ist es nicht zu einfach?Und hat er etwa nicht bedacht,wie viele Menschen er traumatisiert zurück lässt?

Jeder hat zu diesem sensiblen Thema eine eigene Meinung.Doch nur die wenigsten Erfahrungswerte.Darum erbitte ich mir Vorsicht mit Worten,die so einen Menschen als feige oder egoistisch beschreiben,als unfair oder gar unbedacht.Das alles ist er,der Mensch,der so etwas tun kann, mit Nichten.

Was mich neben den vorschnellen Urteilen auch verwundert ist die gegensätzliche Position:Denn plötzlich und auf einmal blickt alle Welt mit Tränen in den Augen auf und sagt:“Achwas!!!Depressionen sind ja eine schlimme Krankheit!“-ein Tabuthema in unserer Gesellschaft gerät in den Focus und für einen,der nun mal leider über Erfahrungswerte verfügt,ist es erstaunlich,was die Medien auf einmal alles so zu Tage bringen.Nicht nur erstaunlich,sondern auch irgendwie bitter.Es benötigt also erst eines prominenten Toten,bis klar wird,dass es hier nicht um fehlendes „zusammen reißen“, um liebgewonnende Melancholie,um Sentimentalität,Charakterschwäche oder Faulheit geht.Wie oft habe ich mich unverstanden gefühlt?Wie oft wurde meine Krankheit nur als Bagatelle abgetan?Und wie oft habe ich mich ihrer geschämt und schuldig gefühlt???Tausende Male.Und Tausend anderen ist es genau so gegangen.Nun macht einmal jemand Bekanntes aus seinen grausamen Phantasien Realität – plötzlich heuchelt die Welt Verständnis.

Ich kenn mich nicht mehr aus.Ich bin nur erschrocken über meine eigene Reaktion darauf und mein immer noch vorherrschendes Gefühl des Verständnis für diese Tat, zudem das Vorhandensein eines leisen Wunschs, der sich nicht betäuben lässt.

Die beste Band aller Zeiten…

Veröffentlicht in daily stuff am 8. November 2009 von Anna

…ist für mich jedenfalls nicht Depeche Mode.Also ich habe jetzt auch nichts gegen die,aber mhh…da fallen mir schon noch einige ein,die ich besser finde.Außerdem ist mir die Musik oft einfach zu depressiv.Wie ich überhaupt darauf komme?Bei WDR 2 wurden die 200 besten Bands aller Zeiten gewählt.Die Ergebnisse findet ihr übrigens hier.Jedenfalls sind Depeche Mode die Sieger,vielleicht weil zu viele WDR 2-Hörer total traurige Menschen sind.Habe jedenfalls nicht damit gerechnet und dachte,dass sowieso die Beatles gewinnen,aber die sind nur an 3.Das finde ich okay,weil ich die sowieso ein bisschen überbewertet finde,aber ansonsten gab es noch eine Menge Ergebnisse,die ich sehr merkwürdig fand.Am Schlimmsten: Monrose an 14.Hallo???Ich hätte ja gar nicht gedacht,dass so viele kleine Mädchen WDR 2 hören.Ich dachte,die gucken Viva.Monrose?Monrose?!?!?Vor Coldplay(27) und The Police(40),weit vor Oasis(69) und noch weiter vor den Sportfreunden(187).Man.Irgendwie sind mir die WDR 2 Hörer echt suspekt.Und die Band,die ich gewählt habe,ist nicht mal vertreten unter den besten 200.Also bin ich anscheinend komisch,weil keiner meiner Meinung war.Ts.

Im Vorfeld haben die im Radio dann immer gesagt,man müsse sich entscheiden,zwischen Bands wie den Ärzten und den toten Hosen.Oder zwischen Blur und Oasis.Oder halt zwischen den Rolling Stones und den Beatles.Und letztendlich konnte man doch nur für eine Band wählen.Wenn ich mich allerdings bei den Paarungen auf eine Band festlegen müsste,dann wären es ganz klar die Ärzte,Oasis und die Stones.Bei den WDR 2 Wählern fiel das Ergebnis dann auch fast genau so aus,außer,wie ich es erwartet hatte,bei Beatles vers. Stones.Die Ärzte sind an 9,die Hosen nur an 20.Oasis sind wie gesagt an 69 und Blur tauchen unter den besten 200 gar nicht auf.Und die Beatles sind also an 3,die Stones nur an 6.Na ja,liege ich also mit meiner Entscheidung fast mit dem durchschnittlichen WDR 2 Hörer auf einer Linie – was allerdings andererseits vielleicht auch gar nicht erstrebenswert ist,wenn der Monrose (!!!) an 14 wählt.

Und wer ist für euch die beste Band aller Zeiten?

Goethe an der Wand

Veröffentlicht in Uncategorized am 2. November 2009 von Anna

Heute bin ich krank.Nein,nicht die Schweinegrippe.Und ich kann den ganzen Hype darum auch nicht mehr hören.In Europa sind bisher 317 Schweinegrippe-Tote gemeldet und das reicht,damit die Medien total ausflippen und alle wollen,dass man sich jetzt gegen Schweinegrippe impft.Dass dagegen jährlich 5000-15000 Menschen an der „normalen“ Grippe sterben,interessiert da plötzlich gar keinen mehr (Angaben vom Robert-Koch-Institut).Komisch,wieso habe ich nur das Gefühl,dass sich die Pharmaindustrie durch eine kleine Hysterie,die gerade entsteht,finanziell gesund stoßen will???

Ansonsten geht es mir wie gesagt nicht so prima,weil ich mich wohl am Wochenende bei meinem süßen,verschnupften Neffen Till mit irgendwelchen Kita-Viren angesteckt habe.Aber inzwischen ist es schon ein bisschen besser geworden…

Freitag abend waren Nina,Meike,Mandy & Flo und ich in Minden im Pub.DAS muss ich euch noch erzählen,weil ich so geflasht bin von der wirklich mal ausgefallenen Deko in dem Schuppen. Besonders angetan hat es mir ja der Johann Wolfgang, der mehrfach an der Wand zu finden war. Aber auch der Pfefferstreuer in Form einer uniformierten Maus war ein Knüller.Schade,den habe ich nicht fotografiert,aber sonst allerhand, zu sehen in meiner Galerie! Endlich mal nicht der übliche IKEA-Einheitsbrei sondern individuelle Gestaltung der Räumlichkeiten.Eine echte Rarität!

Klassische Musik…

Veröffentlicht in daily stuff am 29. Oktober 2009 von Anna

…macht mich irgendwie immer sehr wehmütig,traurig und wühlt mich extrem auf.Hat vielleicht irgendjemand ein Gegenbeispiel?Aufheiternde,aufbauende,lebensfrohe Klassik? Irgendwas,das einen so richtig aus den Socken haut (außer jetzt vielleicht den Radetzkymarsch, der bei mir wohl für immer mit Maiswerbung verbunden bleiben wird…)????Wer einen Vorschlag hat;bitte posten…

Ansonsten ist Goliath nun wirklich umgezogen, wohnt jetzt also in Lichtenau auf dem Glockenhof und anscheinend hat er aus alten Fehlern gelernt und sich brav in der Herde angepasst.Ein Wunder.Auf seine alten Tage schlau geworden.Verrückt.Und mich freut es,denn da ist er gut aufgehoben und zudem habe ich anscheinend noch eine Bereiterin gewonnen,nämlich die liebe Karo.Und das schadet dem Steiftier nun gar nicht.

Heute war ich mit meiner Mutter in Paderborn und wir haben uns die Meinwerk-Ausstellung angesehen.Sehr interessant.Vorallem die original Schriften und Urkunden aus dem Mittelalter fand ich total beeindruckend.Dass das Schreiben da noch eine richtige Kunst war,irgendwie gefällt mir das.Allein die Vorstellung,wie lange so ein armer Mönch an einer Abschrift der Bibel saß,der helle Wahnsinn!Aber irgendwie halt auch schön.Diese fast mantrahafte Vertiefung in die Schrift,die viele Zeit,die man braucht,die Nähe,die man dadurch zu dem jeweiligen Werk bekommen haben muss.Die Ausstellung läuft übrigens noch bis zum 21.2.2010 im Diözesanmuseum Paderborn und ist echt sehenswert.

Und wo wir gerade bei „sehenswert“ sind…ich habe endlich mal meine Galerie auf Vordermann gebracht und jetzt sind dort auch die Fotos des diesjährigen Sylturlaubs,die Bilder von Golis Umzug,meinem Geburtstag und Ninas und meiner Hunderzusammenführung im Heisterholz zu sehen.Also…wayne’s interessiert…

Wanted.

Veröffentlicht in Trash am 25. Oktober 2009 von Anna

Gesucht wird eine kleine Katrin,die mir eine ganz liebe Geburtstagskarte geschrieben hat.Leider konnte ich der weder ihre E-Mailadresse noch ihren momentanen Aufenthaltsort entnehmen.Katrin,da ich weiß,dass du meinen Blog ab und an liest,hoffe ich,dass wir auf diesem Wege wieder zueinander finden.
An alle kleinen Katrins,die sich angesprochen fühlen,meldet euch jetzt.

Und wo wir gerade bei Geburtstagen sind, vielen Dank noch mal an alle,die an mich gedacht haben.Das war toll.

Tops und Flops

Veröffentlicht in Cineastisch am 19. Oktober 2009 von Anna

Nina hat mir eben einen Link zu dem Kinotrailer von „Lila,lila“ geschickt, dem Film zum Buch von Martin Suter. Ich bin begeistert. Vorallem weil Daniel Brühl mitspielt. Und der Trailer ist auch schon mal echt gut:

Also freu ich mich drauf,mit Nina in den Film zu gehen,wenn ich aus der Reha zurück bin.Ja,man muss sich auch auf die kleinen Dinge freuen.Und besser als der letzte Film, in dem wir gemeinsam waren,wird er allemal sein.Wir haben nämlich dämlicher Weise zusammen „Die nackte Wahrheit“ gesehen, ein monströs schlechter Film mit Katherine Heigl und Gerad Butler. Selbst, wenn man sich vorgenommen hat, sich mal so richtig unter Niveau zu amüsieren ist dieser Film wirklich nicht geeignet,da er nicht nur dermaßen flach ist, sondern auch noch so schrecklich vorhersehbar. Nina hat mir eigentlich jede Szene schon 2 Minuten vorher vorausgesagt, so subtil und einfallsreich war das Drehbuch. Ich schreibe das hier nur,um alle davon abzuhalten,diesen Film zu sehen, er läuft nämlich noch.

Also,falls irgendjemand den Film dennoch schauen sollte,sagt hinterher nicht,ich hätte euch nicht gewarnt!

Im Übrigen habe ich auch noch vor einiger Zeit zusammen mit Helge einen sehr guten Film gesehen und zwar „Wüstenblume“ nach dem gleichnamigen Bestseller von Waris Dirie. In diesem Buch wird Diries Lebensgeschichte erzählt; wie sie als Nomadenmädchen in Somalia aufwuchs,dann nach London kam und dort eine riesige Modelkarriere beginnt – trotz alle dem kann sie nie vergessen, was ihr in ihrer Kindheit für Leid zugeführt wurde; sie wurde im Kleinkind-Alter an den Genitalien verstümmelt, wie es auch heute noch in einigen muslimischen Stammesgemeinschaften üblich ist. Das Buch zu lesen hat mich damals sehr erschüttert und auch der Film zeigt die Grausamkeit dieses Rituals und besonders die hilflose Lage,in der sich die Frauen befinden.Im Spiegel wurde dem Film vorgeworfen,er zeige viel zu viel von Diries Leben in der bunten Welt der Mode,aber ich denke,dass die Szenen,die sich mit der Genitalverstümmelung auseinander setzten sehr eindringlich waren.Zudem waren die Schauspieler sehr gut und die Darstellerin der Waris war der echten erstaunlich ähnlich. Doch nicht nur das,der Film hat wirklich zum Nachdenken und zur Diskussion angeregt, die Helge und ich danach auch führten. Helge ging sogar soweit zu meinen, dass diese krasse Art der Diskriminierung der Frau doch eigentlich schon beim Kopftuch-Tragen anfängt.Ich bin mir nicht so sicher,ob sich das vergleichen lässt, denn viele Frauen betrachten ihr Kopftuch wohl auch als einen Schutz vor den aufdringlichen Blicken von Männern oder als würdevoll – doch natürlich wäre sowas in einer völlig gleichberechtigten Gesellschaft gar nicht nötig…Wie dem auch sei, der Film ist auf jeden Fall empfehlenswert.