Manchmal passieren Dinge so schnell, dass sie einem, wenn man sie im Nachhinein betrachtet,so unwirklich vorkommen,dass man glauben möchte,sie wären nur ein schlimmer Traum gewesen. So geschehen gestern. Gestern ist unser lieber,treuer und bester Hund Balu gestorben. Für alle,die selber keine Tiere haben/hatten und eine enge Bindung mit einem Tier nicht nachvollziehen können,ihr braucht nicht weiter lesen.Nur alle anderen können verstehen, was das bedeutet für jemanden,sein Tier zu verlieren und wie viel man auch für ein Tier empfinden kann.
Balu *10.Januar 2000 †10.Dezember 2009
Balu war wirklich ein Familienmitglied und wir haben viel Zeit mit ihm verbracht. Er war ein lieber und verschmuster Hund.Er hat gerne gespielt, er liebte Bälle,Stöckchen und er liebte uns,so sehr ein Hund eben einen Menschen lieben kann. Er war der niedlichste Welpe,den wir je hatten.Als er älter wurde, war er der beste Wachhund und ein Meister darin, lange Stöcke,Äste, schon halbe Bäume mit sich durch die Gegend zu schleppen.Der Gedanke, dass er mir nie wieder schwanzwedelnd entgegen springen wird,nie wieder fordernd bellen wird,wenn man ihm seinen Ball werfen soll und nie wieder vor einem sitzen und sich genüsslich die Brust bürsten lassen wird, macht mich so unsagbar traurig. Als wir Balu bekamen,war ich gerade 15 und seit dem hat er mich begleitet. Meine Teenager-Zeit war nicht die aufregende und fröhliche Jugend,die andere vielleicht hatten. Ich war oft traurig, einsam und unglücklich und Balu war die ganze Zeit da. Und auch dieses Jahr waren die Hunde es,auf die ich mich besonders freute,als ich endlich aus dem Krankenhaus kam.Balu war ein Teil von meinem Leben.
Gestern also fuhren wir mit ihm zum Tierarzt, weil wir irgendwas am Darm vermuteten – er hatte anscheinend Probleme, Kot abzusetzen und in den letzten Tagen auch schlecht gefressen.Am Darm wurde aber nichts festgestellt;das Röntgenbild zeigte Schatten auf der Milz. Im Ultraschall dann sah man deutlich Tumorgewebe an der Milz. Der Tierarzt wollte Balu sofort nach der Sprechstunde aufschneiden und den Tumor entfernen.Wir ließen ihn also dort,sahen ihn zum letzten Mal im Untersuchungsraum,als ich der Tierarzthelferin die Leine in die Hand drücke und Balu ein allerallerletztes Mal streichelte. Zu Hause erhielten wir schnell einen Anruf. Ich ging ran und schon während der Tierarzt mir erläuterte,was los war, musste ich nach Fassung ringen. Der Tumor an der Milz war in Begriff aufzuplatzen,was nicht das Problem war,die Milz hätte einfach entfernt werden können. Schlimmer war,dass bereits die ganze Leber voller Metastasen war und die Leber selber schon total brüchig und marode.Der Tierarzt sagte mir,er könne nichts mehr tun und bat mich um die Erlaubnis, Balu einzuschläfern.Und ich musst ja sagen, obwohl natürlich alles in mir „Nein!!!!!!“ schrie.
Jetzt ist das ganze einen Tag her und noch immer erscheint mir das alles so unwirklich. Jetzt steht dort im Flur nur noch ein Hundekörbchen. Und im Zwinger nur noch ein Napf. Und nur noch ein Hund kommt einem schwanzwedelnd entgegen, wenn man zur Tür reinkommt.
Balu werde ich nie vergessen. Er war der beste Balu, den es geben konnte.
Hier habe ich noch mal Balus schönste Bilder hochgeladen.
PS.: Wer nicht auf Pathos,Kitsch und Gefühle für Tiere steht hat Pech gehabt.So wie ich es geschrieben habe,war es.Und so kann man nur fühlen,wenn man ein Tier so lieb gehabt hat wie ich.

